Politik

Viel mehr als andere EU-Staaten Iran liebt Deutschland

Lobende Worte findet der iranische Botschafter für Deutschland. Es sei das Lieblingsland des Iran in der EU. Seine Argumentation ist allerdings mehr als fraglich: Sanktionen gegen Teheran stimme Berlin nur zu, weil die zionistische Lobby Druck mache. Und als Westerwelle zwei inhaftierte Reporter abholte, war das offenbar ein Freundschaftsbesuch.

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Fragwürdige Vorliebe für Deutschland: Scheikhattar.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Der iranische Botschafter Ali-Resa Scheikhattar hat die Beziehungen zu Deutschland gelobt. Deutschland sei das Lieblingsland des Irans in der Europäischen Union, sagte er der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA. "Iran fühlt sich wohler im Dialog mit Deutschland als mit den anderen EU-Staaten", sagte Scheikhattar. Außerdem wolle Berlin gar nicht "manche der (anti-iranischen) Entscheidungen der EU akzeptieren, ist aber dazu gezwungen".

Der Botschafter sagte weiterhin, dass Berlin eigentlich auch gegen die Iran-Sanktionen sei, da deutsche Geschäftsleute 100 Jahre im iranischen Markt präsent seien und diese Rolle nicht aufgeben wollten. "Aber wegen der Geschichte Deutschlands im Zweiten Weltkrieg müssen die Deutschen dem Druck der zionistischen (jüdischen) Lobbys nachgeben und sich den Sanktionen anschließen", meinte Scheikhattar, der als enger Vertrauter von Präsident Mahmud Ahmadinedschad gilt.

Als Beleg für die verbesserten bilateralen Beziehungen nannte der Botschafter die Steigerung des Handelsvolumens. Außerdem bezeichnete er die Kurzreise von Außenminister Guido Westerwelle nach Teheran als ein weiteres Zeichen der guten Beziehungen. Westerwelle war im Februar für ein paar Stunden in Teheran, um zwei inhaftierte deutsche Reporter nach ihrer Freilassung nach Hause zu fliegen. Die iranische Regierung hatte als Ziel der Reise allerdings Gespräche über wichtige bilaterale und internationale Themen genannt.

Quelle: ntv.de, dpa