Politik

Gefahr durch iranische Atomanlagen Israel und USA uneinig

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Das Kernkraftwerk Buschehr wurde 1975 gebaut.

(Foto: picture alliance / dpa)

Manchmal haben auch die Politiker in Israel und den USA eine unterschiedliche Meinung. Bei der Auswertung derselben Geheimdienstberichte schätzen die beiden Länder die Gefahr durch das iranische Atomprogramm sehr unterschiedlich ein. Israel fühlt sich bedroht, bei den USA hält sich die Besorgnis dagegen in Grenzen.

Die USA und Israel haben nach Worten von US-Generalstabschef Martin Dempsey eine unterschiedliche Interpretation derselben Geheimdienstberichte über das iranische Atomprogramm. Israel sehe die Gefahr durch das iranische Atomprogramm mit einer größeren Dringlichkeit, da ein atomar bewaffneter Iran Israel in seiner Existenz bedrohen könnte, sagte Dempsey auf einer Reise nach Afghanistan. "Sie leben mit einer existenziellen Sorge, mit der wir nicht leben", sagte Dempsey mit Blick auf Israel.

Mit dem israelischen Generalstabschef Benny Gantz tausche er sich regelmäßig aus, sagte Dempsey. Bei den Gesprächen über die Geheimdienstberichte hätten er und Gantz eingeräumt, "dass unsere Uhren unterschiedlich ticken". Es sei möglich, dass zwei Länder dieselben Geheimdienstberichte auswerteten und dennoch zu zwei unterschiedlichen Ergebnissen kämen. Dies sei hier der Fall, sagte Dempsey.

In den vergangenen Tagen hatte sich in Israel die Diskussion um einen Präventivschlag gegen die iranischen Atomanlagen verschärft. Der Iran bestreitet, am Bau einer Atombombe zu arbeiten, und beharrt auf seinem Recht zur zivilen Nutzung der Atomenergie. Dempsey wiederholte am Sonntag seine Einschätzung, dass ein Angriff gegen den Iran dessen Atomprogramm wahrscheinlich nur verzögern, nicht aber stoppen könne. Zugleich fühle sich die US-Armee von Israel nicht unter Druck gesetzt, mögliche Luftangriffe zu unterstützen.

Quelle: n-tv.de, AFP

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