Politik

Seehofer fühlt sich angesprochen Junkers Kritik verärgert CSU

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Horst Seehofer will seine Äußerungen nicht als "Geschwätz" bezeichnen lassen.

(Foto: REUTERS)

Nachdem Eurogruppenchef Juncker Diskussionen um einen Euro-Austritt Griechenlands als "Geschwätz" bezeichnet, schießt nun die CSU-Spitze zurück. Parteichef Seehofer fühlt sich offenbar angesprochen von der Kritik – und fährt direkt die Retourkutsche.

Die CSU hat massiv verärgert auf die an Deutschland reagiert. "Das war grenzwertig", sagte CSU-Chef Horst Seehofer. Auch Junckers Warnungen vor einem Zerfall der Eurozone würden sicher nicht zur Beruhigung der internationalen Finanzmärkte beitragen. "Ich frage mich, was soll das?", sagte der CSU-Chef.

CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt legte Juncker wegen des Interviews indirekt den Rücktritt von der Spitze der Eurogruppe nahe. Er mache "ein großes Fragezeichen" dahinter, ob Juncker nun noch weiterhin für sein Amt geeignet sei. Es sei an Unverfrorenheit nicht mehr zu überbieten, wenn Juncker Deutschland nun als Teil des Problems darstelle. Seehofer schloss sich Dobrindts Worten an. "Der Generalsekretär hat immer recht", sagte Seehofer.

"Die Ursachen der Krise nicht erkannt."

Juncker hatte der Bundesregierung in der "Süddeutschen Zeitung" vorgeworfen, in Eurofragen andauernd Innenpolitik zu machen und die Euro-Zone wie eine Filiale zu behandeln. Außerdem bezeichnete er die deutsche Debatte über einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone als "Geschwätz" und "billigen innenpolitischen Diskurs".

Juncker wandte sich damit indirekt gegen Wortäußerungen aus den Reihen der Union und der FDP. "Ich weiß, dass es im deutschsprachigen Raum viele gibt, die – obwohl nicht simplen Geistes – einfache Lösungen anstreben, weil die in der inneren republikanischen Befindlichkeit auf Wohlwollen stoßen", erklärte Juncker. "Aber sie irren sich fundamental", so Juncker weiter. "Wer denkt, dass die Probleme der Eurozone dadurch behoben würden, dass man ausschließt oder fallen lässt, hat die eigentlichen Ursachen der Krise nicht erkannt."

Quelle: ntv.de, che/AFP

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