Politik

"Waffenruhe" in der Ostukraine Kämpfer belauern sich - und schießen

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Prorussische Kämpfer in Donezk.

(Foto: AP)

Die Waffenruhe im Osten der Ukraine gibt Anlass zur Hoffnung auf Frieden. Doch wie schon in den vergangenen Tagen stehen sich die Kämpfer mit nervösem Finger am Abzug gegenüber - und drücken ein ums andere Mal ab.

Trotz der Verlängerung der Waffenruhe für die Ostukraine gibt es noch immer Gewalt in der Region Donezk. "In Kramatorsk gehen die Militäraktionen weiter", sagte der Separatistenführer Miroslaw Rudenko. Er behauptete, dass die verlängerte Waffenruhe nur das Ziel habe, das Militär für einen Schlag gegen die Separatisten in Stellung zu bringen.

Dagegen warfen regierungsnahe Kräfte den Separatisten vor, Soldaten auf dem Flughafen von Kramatorsk beschossen zu haben. Es habe aber keine Opfer gegeben, teilte der prominente Militärexperte Dmitri Tymtschuk in Kiew mit. Die seit 20. Juni geltende Feuerpause soll nach Regierungsangaben dazu genutzt werden, Poroschenkos Friedensplan umzusetzen.

Die Separatisten verlangen den Abzug aller Regierungstruppen aus der Ostukraine. Erst dann sind sie zu einem Friedensdialog bereit. In der ebenfalls von den prorussischen Kräften beanspruchten Region Lugansk rüsteten sich die Separatisten für neue Angriffe. Sie legten nach eigener Darstellung mehr als 60 Bunker zum Schutz gegen Bombenangriffe an. Der ukrainische Verteidigungsminister Michail Kowal sagte, dass es trotz der Waffenruhe vereinzelte Provokationen gegeben habe. "Aber wir kontrollieren den Prozess", sagte er.

Lawrow lobt Poroschenko

In Kiew bestätigte Andrej Lyssenko, der Sprecher des Rates für nationale Sicherheit und Verteidigung, dass es einen Plan für die Zeit nach der Feuerpause gebe. Der russische Außenminister Sergej Lawrow lobte im Staatsfernsehen die Friedensbemühungen von Staatschef Poroschenko. Es gebe aber auch noch andere Akteure in der ukrainischen Führung, darunter radikale und ultranationalistische Kräfte, Anhänger des Rechten Sektors sowie bezahlte Einheiten des Oligarchen und Gouverneurs von Dnjepropetrowsk, Igor Kolomojski.

Diese Gruppierungen seien einflussreich und hörten nicht auf Poroschenkos Kommando, sagte Lawrow. "Nun, und dann gibt es auch noch unsere amerikanischen Kollegen, die - und dafür gibt es viele Beweise - bei alledem versuchen, die ukrainische Führung auf den Weg der Konfrontation zu bringen", sagte Lawrow.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa

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