Politik

Russen wollen moderne Waffen Kalaschnikow nicht zeitgemäß

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(Foto: dpa)

Russlands Militär legt das weltberühmte Sturmgewehr auf Eis. Laut Verteidigungsministerium sind bis 2013 keine Kalaschnikow-Einkäufe geplant - es sei denn, der Hersteller bringt eine Weiterentwicklung "mit größerer Schussweite und Trefferdichte" auf den Markt. Ischmasch soll eine moderne Neuauflage schon in petto haben.

Erstmals in ihrer Geschichte hat die russische Armee 2011 keine Sturmgewehre vom weltberühmten Modell Kalaschnikow gekauft. Die noch aus den 1970er Jahren stammende Waffe entspreche nicht mehr den Anforderungen der Armee, sagte Generalstabschef Nikolai Makarow nach Angaben der Agentur Ria Novosti. Außerdem seien die Gewehr-Arsenale bis zum Anschlag gefüllt. Sie seien schon jetzt zehn Mal so groß wie der Armeebedarf.

Die Armee forderte eine "neue, nicht weniger zuverlässige Maschinenpistole, die mit größerer Schussweite und Trefferdichte aufwarten kann", zitierte die Moskauer Zeitung "Iswestija" einen Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums. Auch für 2012 und 2013 seien zunächst keine Neuanschaffungen geplant. Kalaschnikow-Hersteller Ischmasch versprach, bis Jahresende eine zeitgemäßere Variante vorzulegen.

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Waffen-Konstrukter Michail T. Kalaschnikow mit einem Kalaschnikow-Sturmgewehr in der Hand vor dem Waffenmuseum in Suhl (Thüringen).

(Foto: dpa)

Aus Rücksicht auf seine angeschlagene Gesundheit sei der legendäre Entwickler Michail Kalaschnikow nicht über den Verzicht der Armee informiert worden, sagte ein Verwandter des 91-Jährigen. Das Modell vom Typ AK-47 mit dem markant gekrümmten Magazin gehört zu den am meisten verbreiteten Waffen der Welt.

Die russische Armee durchläuft derzeit die größte Reform ihrer Geschichte. Präsident Dmitri Medwedew hatte eine "umfassende Umrüstung" des Heeres und der Flotte" mit den Erweiterungsplänen der NATO begründet. Bereits Medwedews Vorgänger Wladimir Putin hatte wiederholt eine Modernisierung des Waffenarsenals verkündet. Experten zufolge blieb dies bislang aber weit hinter den Ankündigungen zurück. Wegen der Finanzkrise wurde zuletzt das Militärbudget zusammengestrichen.

Quelle: ntv.de, hdr/dpa