Politik

"Frieden muss erkämpft werden" Kiews Botschafter hat genug von Wagenknecht

399782791.jpg

(Foto: picture alliance/dpa)

Artikel anhören
00:00
Diese Audioversion wurde künstlich generiert. Mehr Infos | Feedback senden

Kann man mit dem russischen Präsidenten Putin über einen Waffenstillstand in der Ukraine verhandeln? Nein, sagt Oleksii Makeiev, ukrainischer Botschafter in Berlin. Das sei keinem Präsidenten oder Bundeskanzler gelungen. Deswegen hat er auch die Nase voll von Sahra Wagenknecht.

Der ukrainische Botschafter Oleksii Makeiev kann sich keine diplomatische Lösung des russischen Angriffs auf die Ukraine vorstellen. "Diplomatie funktioniert" zwar, sagt Makeiev in der "Rheinischen Post" aus Düsseldorf. "Wir waren diplomatisch sehr erfolgreich. Wir haben 141 Mitglieder der UN-Vollversammlung hinter unsere Forderung gebracht, dass Russland die besetzten Gebiete verlassen muss."

Doch das gilt nach Angaben von Maikeiev nicht für den russischen Präsidenten Wladimir Putin. "Es ist keinem Präsidenten oder Bundeskanzler gelungen, mit Putin erfolgreich zu verhandeln. Keiner hat es geschafft, ihn davon abzuhalten, einen Riesenangriffskrieg in Europa zu starten", sagt der Botschafter in dem Interview. "Ich verstehe, dass sehr viele Deutsche einfach für Frieden sind. Aber Frieden muss jetzt erkämpft werden, das ist die Realität im Jahr 2023."

Mehr zum Thema

Maikeiev ärgert sich deswegen auch darüber, wie die Diplomatie-Diskussion teilweise in der deutschen Öffentlichkeit geführt wird. "Ist es wirklich notwendig, den Wagenknechts und Lafontaines dieser Welt in den Medien immer wieder eine breite Plattform zu geben?", fragte der ukrainische Botschafter. "Das passiert doch nur, um zu polarisieren. Das ist gut für die Show. Aber bringt es auch der Bevölkerung etwas?"

Gemeinsam mit Frauenrechtlerin Alice Schwarzer hatte Sahra Wagenknecht von der Linken im Februar ihr "Manifest für den Frieden" vorgestellt. Darin drängen sie unter anderem auf Verhandlungen mit der russischen Führung, statt der Ukraine weiter Waffen zu liefern. Sie begründen ihre Haltung vor allem mit der Furcht, dass die Invasion in einen weiteren Weltkrieg oder Atomkrieg münden könnte. Gegner ihres Vorschlags kritisieren, dass ihre Verhandlungslösung vor allem russische Positionen unterstützt und die Ukraine praktisch zur Kapitulation zwingt.

Quelle: ntv.de, chr

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen