Politik

Porsche will reden Kretschmann hat was gegen Autos

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Kretschmann nimmt erstmal den Wagen seines Vorgängers.

(Foto: dpa)

Der designierte baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat sich perspektivisch für eine geringere Produktion von Kraftfahrzeugen ausgesprochen. "Weniger Autos sind natürlich besser als mehr", sagte Kretschmann der "Bild am Sonntag". In Zukunft müssten ganze "Mobilitätskonzepte" verkauft werden, zu denen "Laufen, Fahrradfahren, Autofahren, Eisenbahnfahren" gehörten. "Das müssen wir so klug vernetzen, dass man gut vorankommt und die Umwelt schont", sagte er.

Sorgen müsse sich die Automobilindustrie in Baden-Württemberg unter einem grünen Regierungschef zunächst nicht machen, "aber sie muss in Zukunft Autos bauen, die viel weniger Sprit verbrauchen", sagte Kretschmann. Ohne eine ökologischere Ausrichtung seien die Fahrzeughersteller bedroht. "Wenn die Automobilindustrie es nicht schafft, grüner zu werden, wird sie keine Zukunft haben", sagte Kretschmann.

Persönlich merkte Kretschmann an, dass ihm das Fahrgefühl in einem Porsche nicht gefalle. "Man sitzt da zu tief", sagte er. Als Dienstwagen wolle er zunächst den von seinem Vorgänger Stefan Mappus (CDU) bestellten Wagen fahren. "Ich vermute mal ein Daimler", sagte Kretschmann. Nach einem Jahr könne er dann wechseln. "Ich werde sicher auch ein Fahrzeug nehmen, das in Baden-Württemberg gefertigt worden ist", versprach Kretschmann.

Porsche will mit Kretschmann nun alsbald über die Zukunft von Baden-Württemberg als Autoland reden. "Wir wollen ihn einladen, um mit ihm in einen Dialog zu treten. Dieser sollte der Beginn einer konstruktiven Zusammenarbeit sein", sagte ein Porsche-Sprecher. Zu Kretschmanns Vorschlag, dass Porsche und Daimler künftig weniger Autos bauen sollten, wollte sich der Sprecher noch nicht äußern. "Die Fahrzeuge, die wir bauen, sind in hohem Maße effizient."

Quelle: ntv.de, dpa