Politik
(Foto: Screenshot n-tv.de)
Mittwoch, 21. November 2012

Extremistische Internetseite im Visier: Kreuz.net steht in der Kritik

Homophobie, Islamfeindlichkeit, Antisemitismus – die Internetseite kreuz.net steht wegen ihrer Inhalte heftig in der Kritik. Nach der Berliner Staatsanwaltschaft erstattet nun auch das österreichische Innenministerium Anzeige. Doch die Suche nach den Verantwortlichen ist schwierig.

Das erzreaktionäre Internetportal kreuz.net gerät jetzt auch in Österreich ins Visier der Ermittler. Das österreichische Innenministerium erstattete bei der Wiener Staatsanwaltschaft Anzeige gegen unbekannt wegen Verhetzung. Das sagte ein Ministeriumssprecher.

Auch die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt seit einigen Tagen wegen Volksverhetzung gegen die Internetseite, die vom Verfassungsschutz seit längerem beobachtet wird. Die Suche nach den bislang unbekannten Betreibern, die angeblich aus der katholischen Kirche kommen, gestaltet sich allerdings wegen häufiger Serverwechsel schwierig. Das Bistum Mainz prüft außerdem, ob und in welchem Maß ein hessischer Pfarrer Kontakt zu den Machern der umstrittenen Internetseite hatte.

Auf dem vermeintlichen Nachrichtenportal erscheinen immer wieder Artikel mit homophoben, muslimfeindlichen und antisemitischen Äußerungen. Auch katholische Bischöfe werden dort in teils unflätiger Weise angegriffen. Zuletzt sorgte die Seite mit herabwürdigenden Beiträgen über den gestorbenen schwulen Entertainer Dirk Bach für Empörung. Die römisch-katholische Kirche hatte sich mehrfach von kreuz.net distanziert.

David Berger, Initiator der Initiative "Stoppt kreuz.net", vermutet drei enge Mitarbeiter des Portals in Österreich. Im Interview mit dem ORF sagte er, dass zwei österreichische Pfarrer sowie ein kirchennaher Laie involviert seien. Der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn sagte laut der österreichischen Nachrichtenagentur APA zu den Vorwürfen: "Ich habe seit langem persönliche Vermutungen über Personen, die dahinter stecken könnten."

Quelle: n-tv.de