Politik

Die Option mit der Ampel Kubicki flirtet mit Steinbrück

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Kubicki will mit Steinbrück, aber will Steinbrück auch mit Kubicki?

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Die beiden kennen sich gut. In den 70er-Jahren studieren Peer Steinbrück und Wolfgang Kubicki zusammen Volkswirtschaften in Kiel. Bei der Vorstellung einer Steinbrück-Biografie lobt Kubicki den Kollegen jetzt in höchsten Tönen. Und er geht noch weiter. Er wirbt für eine Ampelkoalition, mit Steinbrück an der Spitze.

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Alte Bekannte: Steinbrück und Kubicki 1997 im Kieler Landtag.

(Foto: picture-alliance / dpa)

Die Debatte um den SPD-Kanzlerkandidaten spitzt sich immer mehr zu. Es gilt inzwischen als wahrscheinlich, dass Ex-Finanzminister Peer Steinbrück oder Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier die Partei im kommenden Jahr in den Bundestagswahlkampf führen werden. Führende Politiker der Liberalen bevorzugen offenbar Steinbrück.

So setzt der Kieler FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki auf den Ex-Finanzminister Peer Steinbrück als Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten. "Ich würde nicht mit jedem Sozi regieren", sagte er bei der Vorstellung einer Steinbrück-Biografie. Kubicki hatte bereits Anfang August im "Stern" für eine Koalition der Liberalen mit SPD und Grünen nach der Bundestagswahl 2013 unter Steinbrück geworben.

Kubicki verteidigte Steinbrück auch gegen Kritik wegen früherer Spendenwerbung. Als Bundesfinanzminister hatte Steinbrück Mitte des vergangenen Jahrzehnts laut Berichten die Post und Telekom um Sponsorengelder für ein Schachturnier in seinem Wohnort Bonn gebeten. Der Bittbrief wurde laut Kubicki nicht auf dem Briefpapier des Bundesfinanzministeriums geschrieben. "Ich selbst jedenfalls kann in dem Vorgang nichts Unkonventionelles, Unmoralisches, Anrüchiges sehen."

Der als Querulant bekannte schleswig-holsteinische Fraktionschef redet seiner Partei ein Stück weit ins Gewissen. Dass führende FDP-Politiker erklärt hätten, mit den Sozialdemokraten sei keine Zusammenarbeit möglich, halte er "schlicht und ergreifend für Nonsens". Die Wähler der FDP könnten es am allerwenigsten akzeptieren, wenn ihre Partei auf Opposition setze. "Sie erwarten Einflussnahme." Die Wahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen seien auch deswegen so gut gelaufen, weil er und Christian Lindner vorher kein Bündnis ausgeschlossen hätten. Daher gelte auch für den Bund: "Wer uns zu unserer Mehrheit verhilft, ist doch völlig egal." Koalitionen seien in erster Linie Mehrheitsbeschaffer.

Zuletzt hatte bereits Dirk Niebel Sympathien für eine Ampelkoalition erkennen lassen. Die Liberalen wolle die Koalition mit der Union zwar auch nach der Bundestagswahl fortsetzen. "Aber auch andere Mütter haben schöne Töchter", sagte Niebel. Auch in anderen Parteien als in CDU und CSU gebe es "gute Politiker mit guten Ideen", fügte der Liberale hinzu. Zu ihnen zähle sicher auch Steinbrück.

Quelle: n-tv.de, cro/dpa/rts

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