Politik

SPD-Politiker im "ntv Frühstart" Lauterbach: Spiele in England unvertretbar

In der abklingenden Pandemie erfreuen sich die Menschen an der Fußball-Europameisterschaft - doch auch damit gibt es Probleme wie SPD-Gesundheitspolitiker im "Frühstart" bei ntv sagt. Spiele in London hält er für einen großen Fehler.  

Neben den beiden EM-Halbfinalpartien findet auch das EM-Finale in London mit Zuschauern statt. Und das trotz aktuell steigender Infektionszahlen durch die Corona-Delta-Mutation - für den SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach ist das nicht nachvollziehbar: "Es ist unvertretbar, dass in England Fußballspiele mit Zuschauern stattfinden", sagte er im "Frühstart" bei ntv. "Die Delta-Variante ist einfach zu gefährlich. Das ist eine Gefährdung der Bürger Englands und der Bürger Europas. Man müsste die Spiele in ein anderes europäisches Land verschieben."

Deutschland sollte aber nicht den Vorschlag machen die Spiele in München austragen zu lassen. Lauterbach: "Es wäre unglücklich, wenn man einen Vorschlag machte, der das eigene Stadion und die eigenen Fans bevorzugt. Wir wären nicht glaubwürdig, wenn wir England vorschlagen, dass die Spiele stattdessen bei uns stattfinden sollen." Für die Partie zwischen Deutschland und Portugal an diesem Samstag sieht Lauterbach die DFB-Elf als klaren Favoriten: "Ich glaube wir gewinnen diesmal 2:0. Aber ich hoffe, dass wir diesmal eine etwas raffiniertere Taktik zu sehen bekommen."

Angesprochen auf die Entwicklung der Corona-Situation in Deutschland, zieht Lauterbach aus medizinischer Sicht eine positive Zwischenbilanz: "Deutschland hat die Pandemie bisher eigentlich ganz gut bewältigt.", und bezieht sich dabei auf die geringe Übersterblichkeit. Der SPD-Politiker betont aber auch, dass man die Corona-Bilanz nicht allein an den guten Zahlen messen darf. "Das gute medizinische Ergebnis darf kein Grund sein, die Fehler nicht aufzuarbeiten, die zu erheblichen Verschwendungen geführt und zum Teil auch das medizinische Ergebnis gefährdet haben", so Lauterbach. "Es wurden gravierende Fehler gemacht und einiges würde man so nicht nochmal machen."

Der SPD-Gesundheitspolitiker weist darauf hin, dass eine saubere Aufarbeitung der Fehler richtig sei - einen U-Ausschuss fordert er aber ganz bewusst nicht. "Viele der kritischen Punkte betreffen Jens Spahn, und als Teil der großen Koalition habe ich mit fast jedem in der Regierung zusammengearbeitet. Daher werde ich hier keinen U-Ausschuss gegen Jens Spahn fordern", so der SPD-Politiker und sagt weiter: "Aber wenn ich es nicht fordere, können es ja andere fordern. Ich finde es aber nicht korrekt, wenn man eng zusammenarbeitet und den Kollegen dann in den Rücken fällt. Das ist nicht meine Art."

Quelle: ntv.de, dhe

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