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Viktor und Amalija Knavs mit ihrem Anwalt Michael Wildes.
Viktor und Amalija Knavs mit ihrem Anwalt Michael Wildes.(Foto: AP)
Sonntag, 12. August 2018

Familiennachzug der Eltern: Melanias Anwalt attackiert Trumps Politik

"Kettenmigration" nennt Trump das, was seine Schwiegereltern gerade gemacht haben. Aus Sicht des Präsidenten bedroht der Familiennachzug die Sicherheit der USA. Der Anwalt von Viktor und Amalija Knavs nennt solche Behauptungen sittenwidrig.

Der von First Lady Melania Trump angeheuerte Anwalt ihrer Eltern hat einen zentralen Aspekt der Migrationspolitik von US-Präsident Donald Trump als "sittenwidrig" kritisiert.

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Viktor und Amalija Knavs, die Eltern von Melania Trump, wurden am vergangenen Donnerstag Staatsbürger der USA. Wie ihre Tochter stammen sie aus Slowenien. Wann genau die Knavs ausgewandert sind, ist nicht bekannt - sie lebten jedenfalls schon vor der Präsidentschaftswahl im Trump Tower in New York, wie die Zeitschrift "GQ" im April 2016 schrieb, und sind der Nachrichtenseite Politico zufolge "mega eingebunden" in die Erziehung des heute zwölfjährigen Präsidentensohnes Barron, der mit seinen Großeltern fließend Slowenisch sprechen soll.

Nach einem Bericht der "Washington Post" vom Februar kamen Viktor und Amalija Knavs höchstwahrscheinlich auf der rechtlichen Basis eines Familiennachzugs in die USA, die Präsident Trump seit Monaten als "Kettenmigration" attackiert. Bis zu ihrer Einbürgerung hatten sie Green Cards, wie ihr Anwalt Michael Wildes damals sagte. Normalerweise müssen Einwanderer fünf Jahre legal in den USA leben, bevor sie eingebürgert werden. Laut "Post" war Viktor Knavs schon Ende 2007 in Trumps Golfclub und Feriendomizil Mar-a-Lago gemeldet. Melania und Donald Trump sind seit 2005 verheiratet.

In seiner Rede zur Lage der Nation im Januar 2018 sagte Trump, "unter dem derzeitigen kaputten System" könne ein einziger Einwanderer "eine schier unbegrenzte Zahl von entfernten Verwandten" ins Land bringen. Die Faktenchecker von Politifact werteten diese Behauptung als "überwiegend falsch". Im April sagte Trump, ein Usbeke, der in New York einen Terroranschlag verübt hatte, habe wegen der Kettenmigration "22 bis 24" Angehörige ins Land gebracht. Diese Behauptung beurteilte Politifact als "falsch".

Melania Trump wurde 2006 US-Bürgerin.
Melania Trump wurde 2006 US-Bürgerin.(Foto: AP)

Unabhängig von falschen Behauptungen strebt Trump ein Einwanderungsrecht an, das Ausländern im Ruhestand - Melania Trumps Eltern sind 74 und 73 Jahre alt - kaum ermöglichen würde, Green Cards zu erhalten. Umso größere Beachtung erhielt die Verleihung der Staatsbürgerschaft an Viktor und Amalija Knavs. "Sie haben eine wundervolle Reise erfolgreich beendet", sagte ihr Anwalt Michael Wildes danach, "wie Millionen andere".

Im Interview mit CNN brachte er seine Botschaft noch deutlicher zum Ausdruck: Diese Art der Familienzusammenführung "Kettenmigration" zu nennen, verkenne das Ethos, in dem dieses Recht geschaffen worden sei. Es sei "sittenwidrig", den Menschen weiszumachen, dass Einwanderer Nichten und Neffen, Tanten und Onkel ins Land holen könnten.

CNN-Moderatorin Erin Burnett wies im Gespräch mit Wildes darauf hin, dass die First Lady wisse, dass der Anwalt ihrer Eltern jetzt zu Gast bei einem Sender sei, den der Präsident verachte. "Absolut", sagte Wildes. Melania Trump habe auch immer gewusst, dass er "ein sehr stolzer Demokrat" sei und in der zweiten Generation als Anwalt für Einwanderer arbeite. Sie habe sich an einen qualifizierten Anwalt gewandt, um ihre Familie in die USA zu holen, "so wie es jeder machen würde".

Quelle: n-tv.de