Politik

Selbst Raucherin gewesen Merkel offen für Rauchverbot

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich offen für ein generelles Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden gezeigt. "Ich plädiere bei solchen Verboten stets für Augenmaß, aber die Forderung nach einem generellen Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden finde ich legitim", sagte Merkel in einem Interview. "In unseren Nachbarländern sehe ich, dass die Freiheit nicht zu Grunde geht, wenn harte Regelungen zum Schutz der Nichtraucher getroffen werden." Merkel betonte, es gebe ein "berechtigtes Interesse der Nichtraucher in unserer Gesellschaft". Sie rechne damit, dass "die Entscheidungen über einen verbesserten Nichtraucherschutz im Herbst fallen".

Über die Frage des Rauchverbots ist in der Union ein offener Streit entbrannt. Gesundheitsminister Horst Seehofer hat für 2007 ein gesetzliches Rauchverbot für öffentliche Räume angekündigt. Der Chef der Unionsfraktion im Bundestag, Volker Kauder, unterstützt das Vorhaben. CSU-Generalsekretär Markus Söder kritisierte dagegen den Plan Seehofers als überflüssig. Um Rücksicht auf Nichtraucher zu nehmen, bedürfe es keiner neuen Gesetze. CDU-Wirtschaftsexperte Laurenz Meyer sprach im gleichen Blatt von "Gängelei" gegenüber Rauchern.

Dem Partner in der großen Koalition, SPD, geht ein Rauchverbot nur in öffentlichen Gebäuden dagegen nicht weit genug. Die SPD-Fraktion fordert ein Rauchverbot auch in Gaststätten. Parteiübergreifend wird derzeit ein Gruppenantrag vorbereitet, der einen deutlich verbesserten Nichtraucherschutz zum Ziel hat. Merkel sagte, sie rechne im Herbst mit einer Entscheidung. Sie verwies darauf, dass es in zahlreichen Bundesländern schon Rauchverbote an den Schulen gebe.

Selbst starke Raucherin gewesen

Zugleich bekannte sich die Bundeskanzlerin dazu, selbst einmal starke Raucherin gewesen zu sein. "Als ich Jugendministerin war in Bonn, habe ich eine ganze Schachtel Zigaretten am Tag geraucht", berichtete Merkel. "Damals war ich oft erkältet. Nach einem Jahr habe ich das Rauchen dann gelassen." Mit dem Aufhören habe sie "keinerlei Schwierigkeiten" gehabt.

Quelle: n-tv.de

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