Politik

Irland als mahnendes Beispiel Merkel stimmt auf zehn schwere Wochen ein

Geht der Lockdown im Februar in die Verlängerung? Darauf deutet vieles hin. In einer internen Sitzung warnt Kanzlerin Merkel nun vor einer rasant ansteigenden Inzidenz, wenn sich das britische Virus weiter ausbreite. Harte Wochen stünden bevor.

Kanzlerin Angela Merkel befürchtet in der Corona-Krise eine rasant ansteigende Inzidenz und warnt vor "schweren Wochen" bis Ostern. Nach Informationen von ntv führte sie in einer Sitzung der Arbeitsgemeinschaft Innen die Entwicklung in Irland als warnendes Beispiel an. Dort habe sich die Inzidenz in kurzer Zeit vervielfacht. Deutschland drohten acht bis zehn schwere Wochen, je nachdem wie schnell sich das britische Virus ausbreite.

Ob Merkel auch eine Verlängerung des bereits bis Ende Januar geltenden Lockdowns befürworte, ging nach ntv-Informationen nicht aus ihren Äußerungen hervor. Sie selbst könnte darüber aber nicht im Alleingang entscheiden - das müsste jedes Bundesland für sich selbst tun. Die als "britisches Virus" bezeichnete Mutation bereitet vielen Politikern und Fachleuten Sorge. Sie gilt als ansteckender als bislang bekannte Varianten des Covid-19-Erregers. Derzeit liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland bei 164,5, wie am Morgen das Robert-Koch-Institut mitgeteilt hatte. Rund 12.800 Neuinfektionen wurden registriert.

In Großbritannien ist die Lage weitaus dramatischer. Dort werden seit rund einer Woche jeden Tag mehr als 50.000 Infektionen gezählt, die Inzidenz liegt bei knapp 600. Die Zahl der Toten übersprang zuletzt die Marke von 900 pro Tag. Am 4. Januar wurde im Vereinigten Königreich ein neuer Lockdown erlassen, der bis Mitte Februar gelten soll. Im benachbarten Irland schnellte die Inzidenz sogar auf über 900 hoch, ist zuletzt aber etwas gefallen. Es lässt sich nicht mit letzter Sicherheit sagen, wie diese rasante Steigerung zu erklären ist - das ansteckendere Virus könnte aber eine Rolle dabei spielen.

50er-Inzidenz soll bis Ende Januar erreicht werden

Erklärtes Ziel der Bundesregierung ist es, die 7-Tage-Inzidenz auf 50 Fälle pro 100.000 zu senken, um wieder in die Kontaktnachverfolgung einsteigen zu können. Dass dieses Ziel bis Ende Januar zu erreichen ist, daran äußerte zuletzt der Berufsverband der deutschen Amtsärzte Zweifel - und davor mehrere andere Fachleute. Es wird auch befürchtet, dass mit der neuen Virusvariante mehr Menschen geimpft werden müssen, um die Pandemie zu stoppen. Bislang hieß es, dass etwa zwei Drittel immunisiert sein müsste - seit dem Auftreten der neuen Virusvariante ist auch von 80 und mehr Prozent die Rede. Mittlerweile sind hierzulande gut 600.000 Menschen geimpft worden.

Merkel hatte schon im Herbst davor gewarnt, dass es bis Weihnachten täglich 20.000 Neuinfektionen geben könnte, wenn man nicht wieder in einen Lockdown einsteigen würde. Angesichts von damals rund 2000 registrierten Fällen pro Tag erschien das vielen überaus hoch. Sie behielt aber recht. Im Dezember meldete das RKI an einem Tag sogar rund 33.000 Neuinfektionen.

Quelle: ntv.de, vpe

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