Politik

Indonesien will Second-Hand-Panzer Merkel weiß von nichts

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Merkel und Yudhoyono in Jakarta beantworten die Fragen der Presse.

(Foto: AP)

Seit Monaten gibt es Berichte, die Bundesregierung liefere gebrauchte Panzer an Indonesien. Da ist nichts dran, so das Verteidigungsministerium. Es sei nicht einmal eine schriftliche Anfrage erfolgt. Mündliche Absprachen reichten nicht aus. Als Kanzlerin Merkel in Jakarta von Präsident Yudhoyono darauf angesprochen wird, kann sie nichts sagen.

Indonesien hat wohl noch keine formelle Anfrage an die Bundesregierung zum Kauf von gebrauchten Leopard-2-Kampfpanzern gestellt. Der Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums, Stefan Paris, sagte in Berlin, dass die Regierung in Jakarta Anfang 2012 lediglich mündlich ihr Interesse auf Staatssekretärsebene bekundet habe. "Dabei ist es dann geblieben, alles Weitere hat nicht stattgefunden."

Der indonesische Staatspräsident Susilo Bambang Yudhoyono hatte am Dienstag beim Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Jakarta das Interesse an den Panzern indirekt bestätigt. Die Kanzlerin äußerte sich dazu nicht.

Vize-Regierungssprecher Georg Streiter sagte, dass Rüstungsgeschäfte bei dem ersten Besuch Merkels in Indonesien kein Thema waren. Gleichzeitig dementierte er einen indonesischen Medienbericht, nach dem schon im Oktober die ersten Panzer an das südostasiatische Land geliefert werden sollen. "Das kann ja nicht sein", sagte Streiter.

Medienberichten zufolge soll Jakarta Interesse an 100 gebrauchten Leopard-Panzern aus Bundeswehrbeständen haben. Paris betonte, dass eine mündliche Bekundung des Interesses nicht ausreiche. Das müsse man schriftlich machen, was in diesem Fall aber noch nicht geschehen sei.

Quelle: ntv.de, dpa