Kommunalwahlen in BayernMünchner OB Reiter muss in Stichwahl

Auch wenn ein landesweites Ergebnis für die Kommunalwahlen in Bayern erst im Verlauf der Woche erwartet wird. Schon jetzt steht fest: Der Münchner Oberbürgermeister Reiter und vier weitere müssen in die Stichwahl.
Die Wahl des Münchner Oberbürgermeisters wird erst in der Stichwahl zwischen SPD-Amtsinhaber Dieter Reiter und dem Zweitplatzierten Dominik Krause von den Grünen entschieden. Reiter hatte im ersten Wahlgang laut mit 35,6 Prozent ein durchaus überraschend schwaches Ergebnis eingefahren. Krause holte dagegen 29,5 Prozent und überraschte damit auch viele seiner Parteifreunde. CSU-Kandidat Clemens Baumgärtner landete laut vorläufigem Ergebnis weit abgeschlagen mit 21,3 Prozent auf einem sicher auch für Parteichef Markus Söder enttäuschenden dritten Rang. Reiter strebt mit 67 Jahren eine dritte Amtszeit an. Die Stichwahl findet am 22. März statt.
Er sei enttäuscht von diesem Wahlabend, sagte Reiter im Bayerischen Rundfunk. Er habe im Wahlkampf "ein, zwei Fehler" gemacht, räumte er ein. Das habe die Wahl deutlich beeinflusst, was ihm sehr leid tue. Für ihn gehe es in den kommenden zwei Wochen bis zur Stichwahl unter anderem darum, Vertrauen zurückzugewinnen, betonte der Amtsinhaber.
Reiter war zuletzt vor allem wegen nicht vom Stadtrat genehmigter Zahlungen für ein Ehrenamt beim FC Bayern massiv in die Kritik geraten. Er bat dafür inzwischen um Entschuldigung. Und dann sagte der OB in einer Stadtrats-Sitzung noch das N-Wort - ganz nebenbei beim Blättern in Unterlagen. Mit dem Begriff "N-Wort" wird heute eine früher gebräuchliche rassistische Bezeichnung für Schwarze umschrieben. Reiter bat daraufhin in einem schriftlichen Statement um Entschuldigung: "Bei der Äußerung handelt es sich um ein Zitat aus einem Stück des Künstlers Fredl Fesl, das mir spontan über die Lippen kam bei der Frage, wo wir uns in der Tagesordnung befinden."
In Bayern sind gut zehn Millionen Menschen zur Wahl aufgerufen gewesen. Im von der Bevölkerungszahl her zweitgrößten deutschen Bundesland werden in den Städten und Gemeinden insgesamt 39.300 Mandate vergeben. Es werden Stadt- und Gemeinderäte, Kreistage, Landräte, Oberbürgermeister und Bürgermeister neu gewählt.
Auch in Nürnberg, Augsburg und Regensburg müssen die Kandidaten im Rennen um das Amt des Oberbürgermeisters in die Stichwahl. Nürnbergs amtierender Bürgermeister Marcus König (CSU) erreichte nach Auszählung fast aller Wahlgebiete am Sonntag 46,1 Prozent der Stimmen, demnach muss er in zwei Wochen gegen SPD-Kandidat Nasser Ahmed (26,5 Prozent) antreten.
In Regensburg kam die CSU-Kandidatin Astrid Freudenstein auf 37,5 Prozent und muss damit gegen Helene Sigloch von den Grünen (18,9 Prozent) antreten. In Augsburg erreichte Amtsinhaberin Eva Weber (CSU) 34,0 Prozent der Stimmen und muss demnach in die Stichwahl mit Florian Freund von der SPD (19,9 Prozent).
Ein landesweites Ergebnis der Wahl wird erst im Verlauf der Woche erwartet, die Auszählung dauert wegen des komplexen Wahlsystems länger.