Politik

Generation Praktikum Müntefering will gegensteuern

Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) will gegen eine Ausnutzung junger Hochschulabsolventen in schlecht bezahlten Praktika vorgehen. Einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge will er dafür möglicherweise das Berufsbildungsgesetz ändern. Er lasse derzeit prüfen, ob die Zahl von Praktika zugenommen habe und dadurch reguläre, vollbezahlte Stellen verloren gehen.

Müntefering hatte während der Haushaltsdebatte im Bundestag angekündigt, eine Initiative gegen den zunehmenden Missbrauch von Hochschulabsolventen als Praktikanten in Firmen zu starten. Den Trend, sie als billige Arbeitskräfte einzusetzen, sehe er mit "großer Sorge". Er sei sich mit 300 namhaften Firmen einig, dass dies "nicht toleriert" werden dürfe.

Der SPD-Arbeitsmarktexperte Klaus Brandner begrüßte Münteferings Vorstoß: "Praktika müssen zeitlich begrenzt werden, so dass Arbeitgeber keinen Anreiz mehr haben, reguläre Arbeitsplätze durch Praktikantenstellen zu ersetzen." Auch Juso-Chef Björn Böhning stimmt dem Vorschlag zu und forderte eine maximale Länge von vier Monaten je Praktikum.

Quelle: n-tv.de