Politik
Donnerstag, 01. März 2001

Diplomatische Beziehungen aufgenommen: Neuer Schritt im Verhältnis Deutschland-Nordkorea

Zum ersten Mal nimmt Deutschland diplomatische Beziehungen mit Nordkorea auf. Die Bundesrepublik ist nach Großbritannien der zweite EU-Staat, der das kommunistische Nordkorea diplomatisch anerkennt.

In einer Erklärung des Auswärtigen Amts in Berlin hieß es, die Bundesregierung verstehe den Schritt als "Beitrag zur allmählichen Integration" Nordkoreas in die internationale Staatengemeinschaft.

Bereits im Januar hatte das Bundeskabinett erklärt, es sei bereit, mit Nordkorea diplomatische Beziehungen aufzunehmen. Nordkoreanische und deutsche Vertreter hatten am Montag dieser Woche in Berlin erste konkrete Gespräche über die diplomatische Annäherung beider Länder aufgenommen. Bei den viertägigen Verhandlungen wurden unter anderem die Bewegungsfreiheit von Diplomaten und Vertretern von Hilfsorganisationen in Nordkorea sowie der Austausch von Journalisten besprochen. Das Thema Menschenrechte habe "nicht unmittelbar mit den Gesprächen über Beziehungen zu tun", hieß es.

Die nordkoreanische Regierung begrüßte den engeren Kontakt mit Deutschland. Die neuen Beziehungen würden zur Zusammenarbeit in einer Reihe von Bereichen - darunter politischen, wirtschaftlichen und kulturellen - führen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA.

Bislang unterhielt die Bundesrepublik lediglich offizielle Kontakte zu Nordkorea. Diese befanden sich jedoch unterhalb der diplomatischen Ebene. Bis zur Wiedervereinigung pflegte die DDR volle diplomatische Beziehungen zu Pjöngjang.

Quelle: n-tv.de