Politik

1,2 Milliarden Euro fehlen Nichtzahler setzen auch GKV zu

Säumige Versicherte werden auch für die gesetzlichen Krankenkassen zu einem echten Problem. Die Branche klagt, dass in den Schatullen der Versicherungen ein Milliardenbetrag fehle. Erst vor wenigen Tagen berichteten die Privaten über das selbe Problem.

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Gesundheit ist nicht für lau zu haben.

(Foto: picture alliance / dpa)

Durch säumige Beitragszahler ist den gesetzlichen Krankenkassen einem Zeitungsbericht zufolge ein Milliardenschaden entstanden. Ende 2011 sei ein Fehlbetrag von mehr als 1,2 Milliarden Euro aufgelaufen, berichten die "Ruhr Nachrichten". Die Zeitung beruft sich dabei auf den Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV). Bereits im August wiesen 638.000 Versichertenkonten demnach Rückstände von mehr als einer Milliarde Euro auf.

Dazu zählten 108.000 Beitragskonten von Mitgliedern, die nach der Einführung der Versicherungspflicht zum 1. April 2007 in die gesetzliche Krankenversicherung zurückgekehrt waren. Weitere 530.000 Beitragskonten von freiwillig Versicherten - hauptsächlich Selbstständige - seien nicht ausgeglichen, zitierte die Zeitung aus einem Schreiben des GKV-Spitzenverbands an das Bundesgesundheitsministerium vom Oktober 2011.

GKV will nicht für Löcher bei Privaten aufkommen

In Krankenkassenkreisen wurde kritisiert, dass die vorgesehenen Sanktionsmöglichkeiten bei Nichtzahlung weitgehend wirkungslos seien, wie das Blatt weiter berichtete. Es gebe eine Reihe von Leistungen, die nicht gestrichen werden dürften, etwa zur Früherkennung von Krankheiten, zur Behandlung akuter Krankheiten und Schmerzzustände sowie bei Schwangerschaft und Mutterschaft.

Vor wenigen Tagen hatten die Privaten Versicherer ebenfalls beklagt, dass viele ihrer Mitglieder nicht zahlen. In diesem Zusammenhang gab es Stimmen, die eine gesetzliche Entlastung der privaten Krankenversicherungen forderten. Die sei vor dem aktuellen Hintergrund "besonders befremdlich und unsozial", hieß es in dem Papier. Bei einer Entlastung der privaten Krankenversicherung zu Lasten der Steuerzahler müssten die Mitglieder der gesetzlichen Krankenkasse doppelt zahlen: "Für die Beitragsausfälle bei freiwillig Versicherten und über ihre Steuern für die zahlungsunwilligen PKV-Mitglieder."

Quelle: n-tv.de, AFP/dpa