Politik

Ungarn verzichtet auf Krisenwährung Orban will Euro doch nicht

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Ungarns Regierungschef Orban hält einen Eurobeitritt seines Landes für "unverantwortlich".

(Foto: REUTERS)

Mit dem Beitritt zur EU 2004 verpflichtet sich Ungarn auch, Teil der Währungsunion zu werden. Doch angesichts der Krise des Euro überlegt es sich Regierungschef Orban jetzt anders - ausgerechnet ein paar Stunden vor einem Treffen mit der deutschen Bundeskanzlerin.

Ungarns Regierungschef setzt kurz vor seinem Besuch bei Bundeskanzlerin Angela Merkel ein deutliches Zeichen gegen den Euro. Viktor Orban sagte, dass er die Gemeinschaftswährung derzeit für sein Land nicht wolle. Es gebe keine Notwendigkeit mehr, den Euro in Ungarn einzuführen, so Orban im "Handelsblatt". Zum jetzigen Zeitpunkt wäre die Einführung für sein Land vielmehr "unverantwortlich". Die südeuropäischen Staaten hätten sich der Währungsunion eindeutig zu früh angeschlossen, sagte Orban. "Diesen Fehler machen wir nicht."

Mit dem EU-Beitritt 2004 hat sich Ungarn eigentlich verpflichtet, auch der Währungsunion beizutreten. Davon will Orban jetzt aber nichts mehr wissen. "Als wir den Beitrittsvertrag unterschrieben haben, sah die Euro-Zone ganz anders aus", sagte er. "Eine Beitrittspflicht zur Währungsunion kann deshalb nicht mehr automatisch sein."

Orban prophezeit politische Führungskrise

Der ungarische Regierungschef geht nach eigenen Angaben davon aus, dass die Euro-Schuldenkrise noch viele Jahre dauern wird. Er prophezeit, dass sie sich spätestens in fünf Jahren zudem zu einer politischen Führungskrise ausweiten werde.

Orban wird heute von Merkel in Berlin empfangen. Die CDU-Politikerin setzte zuletzt bei ihrer Visite in Griechenland alles daran zu versichern, "Nicht nur mutig, sondern ein Symbol" Der ungarische Regierungschef ist im In- und Ausland höchst umstritten. Kritiker werfen ihm vor, EU-Kommission verklagt Ungarn

Quelle: n-tv.de, ieh/AFP

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