Politik

Giftanschlag in Großbritannien Polizei will Skripal-Täter identifiziert haben

Vier Monate nach dem Nowitschok-Anschlag auf den russischen Ex-Agenten Skripal sollen Ermittler herausgefunden haben, wer die Tatverdächtigen sind. Geholfen haben dabei Überwachungskameras. Verantwortlich sollen demnach Russen sein.

Die britische Polizei geht nach Information der Nachrichtenagentur PA davon aus, mutmaßliche Täter des Nowitschok-Angriffs auf den russischen Ex-Spion Sergej Skripal und seine Tochter Julia identifiziert zu haben. Es handle sich dabei um mehrere Russen, berichtete PA unter Berufung auf eine Quelle aus dem Umfeld der Ermittlungen.

"Die Ermittler glauben, dass sie die Tatverdächtigen des Nowitschok-Angriffs mithilfe von Überwachungskameras identifiziert haben", zitiert PA die nicht namentlich genannte Quelle. Die Aufzeichnungen seien mit Einreisedaten nach Großbritannien abgeglichen worden. "Sie (die Ermittler) sind sicher, dass sie (die Verdächtigen) Russen sind", zitiert PA weiter. Zwei der Tatverdächtigen, die von der Polizei bereits identifiziert worden sein sollen, hätten Großbritannien mit einem Linienflug verlassen. Das berichtet der Sender CNN unter Berufung auf eine mit den Ermittlungen vertraute Person.

Der russische Ex-Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia waren im März bewusstlos auf einer Parkbank in Salisbury entdeckt worden. Sie entkamen nur knapp dem Tod und leben inzwischen an einem geheimen Ort.

Vergangene Woche war bekannt geworden, dass auch eine inzwischen gestorbene 44-jährige Frau und ein 45-jähriger Mann durch eine kleine Flasche mit dem Nervengift in Kontakt gekommen waren. Nun soll festgestellt werden, ob das Gift aus derselben Quelle stammt wie die Substanz, mit der Skripal und seine Tochter vergiftet worden waren. Die Ermittler halten es für wahrscheinlich, dass die beiden Fälle in einem Zusammenhang miteinander stehen

London bezichtigte Moskau nach dem Anschlag auf Skripal, Drahtzieher gewesen zu sein. Nowitschok wurde in der früheren Sowjetunion entwickelt, später wurde damit auch in anderen Ländern experimentiert. Der Kreml bestreitet jegliche Vorwürfe. Der Fall löste eine schwere diplomatische Krise aus. Mehr als zwei Dutzend Länder wiesen russische Diplomaten aus. Russland reagierte ebenfalls mit Ausweisungen.

Quelle: ntv.de, ftü/dpa