Politik

Machtkampf in Jordanien vorbei? Prinz Hamsa schwört König die Treue

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König Abdullah versichert sich erfolgreich der Treue seines Bruders Hamsa. Das Foto entstand 2019 bei einem Besuch in Berlin.

(Foto: dpa)

In Jordanien kündigt sich ein Ende des Streites im Königshaus an. Der unter Hausarrest gestellte Prinz Hamsa scheint einzulenken, König Abdullah fest im Sattel zu bleiben.

In dem Machtkampf im jordanischen Königshaus hat Prinz Hamsa bin Hussein seinem Halbbruder König Abdullah II. die Treue geschworen. Am Abend teilte der königliche Hof mit, dass Prinz Hamsa seine Beteiligung an einem Komplott gegen die Sicherheit und Stabilität des Königreiches eingestanden habe. Er habe eine entsprechende Erklärung unterzeichnet. Das Königshaus veröffentlichte am Abend einen von dem Prinzen unterzeichneten Brief, in dem Hamsa versichert, er werde "dem Erbe" seiner Vorfahren und "seiner Majestät", König Abdullah II. "treu bleiben". "Ich werde immer bereit sein, seiner Majestät, dem König und seinem Kronprinzen zu helfen und sie zu unterstützen", versicherte Hamsa.

König Abdullah II. stimmte seinerseits einem familieninternen Schlichtungsversuch zu. Abdullah II. habe entschieden, die Angelegenheit innerhalb der jordanischen Königsfamilie zu klären und seinen Onkel Prinz Hassan damit zu betrauen, erklärte der Palast.

Die jordanische Regierung hatte nach eigenen Angaben am Wochenende ein Komplott vereitelt und Prinz Hamsa wegen Vorwürfen der Verschwörung unter Hausarrest gestellt. Mindestens 16 weitere Verdächtige wurden festgenommen. Hamsa und seinen mutmaßlichen Mitverschwörern wird nach Angaben eines Regierungssprechers vorgeworfen, mit ausländischen Kräften zusammengearbeitet zu haben, um Jordaniens Stabilität und "Sicherheit zu untergraben".

Hamsa hatte Widerstand angekündigt

König Abdullah II., der den Thron 1999 nach dem Tod seines Vaters König Hussein bestiegen hatte, hatte Hamsa zunächst entsprechend dem Wunsch seines Vaters zum Kronprinzen gemacht. 2004 widerrief er dies jedoch und verlieh seinem eigenen Sohn Hussein diesen Titel.

Der 41-jährige Hamsa, der nach eigenen Angaben in seinem Palast in Amman unter Hausarrest gestellt wurde, hatte am Samstag in einem von der BBC veröffentlichten Video bestritten, in eine Verschwörung verwickelt zu sein. Er sei kein Teil eines Komplotts, betonte Hamsa.

Am Sonntagabend kündigte Hamsa in einer auf Twitter veröffentlichten Audioaufnahme an, sich den Auflagen der jordanischen Behörden zu widersetzen. "Natürlich werde ich nicht gehorchen, wenn sie sagen, du darfst nicht raus gehen, du darfst nicht twittern, du darfst nicht mit Menschen kommunizieren", sagte er. Gleichzeitig kündigte er jedoch an, keine weiteren "Schritte" ergreifen und eine "Eskalation" vermeiden zu wollen. Sein Brief deutet nun darauf hin, dass der Machtkampf abebbt.

Außenminister Al-Safadi zufolge wurden mehr als ein Dutzend Verdächtige festgenommen. Zusätzlich seien zudem zwei hochrangige Männer "aus Sicherheitsgründen" festgenommen worden: Bassim Auadalla, ehemaliger Vorsitzender des Königlichen Gerichts, und Hassan bin Said, Mitglied der Königsfamilie. Prinz Hamsa sei dagegen weder festgenommen noch unter Hausarrest gestellt worden, meldete am Samstag die Staatsagentur Petra.

Generalstabschef Jussif al-Hunaiti dementierte, dass der Prinz unter Hausarrest gestellt worden sei. Er forderte ihn in einer Mitteilung jedoch auf, Handlungen zu unterlassen, die die Stabilität und Sicherheit des Königreichs gefährden könnten. Russland, Saudi-Arabien, Iran und andere Länder drückten ihre Unterstützung für König Abdullah II. aus. US-Außenamtssprecher Ned Price bezeichnete den Monarchen als "Schlüsselpartner" der USA, der die "volle Unterstützung" der Vereinigten Staaten habe. Jordanien gilt im Vergleich zu einigen seiner regionalen Nachbarn als weitgehend stabil und sicher.

Quelle: ntv.de, vpe/AFP/dpa

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