Politik

Kremlchef telefoniert mit TrumpPutin schlägt Feuerpause für 9. Mai vor

29.04.2026, 20:10 Uhr
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Kremlchef Putin wirft der Ukraine vor, auf "terroristische Methoden" zurückzugreifen. (Foto: AP)

Während der orthodoxen Ostern im April gilt in der Ukraine offiziell eine 32-stündige Feuerpause. Nun bringt Kremlchef Putin eine weitere zeitlich begrenzte Waffenruhe ins Gespräch. Einen langfristigen Waffenstillstand lehnt Moskau jedoch weiterhin ab.

Kremlchef Wladimir Putin hat in einem Telefonat mit US-Präsident Donald Trump eine Waffenruhe für den "Tag des Sieges" vorgeschlagen. Das teilte Putins Berater Juri Uschakow laut der Staatsagentur Tass mit. Eine Reaktion der Ukraine ist bislang nicht bekannt.

"Donald Trump bewertete die kürzlich von Russland angekündigte Oster-Waffenruhe positiv", sagte Uschakow laut Tass. "In diesem Zusammenhang informierte Wladimir Putin seinen amerikanischen Amtskollegen über die Bereitschaft, auch für die Zeit der Feierlichkeiten zum Tag des Sieges eine Waffenruhe auszurufen." Trump unterstütze die Initiative. Der US-Präsident glaube, dass eine Vereinbarung zur Beilegung des Krieges kurz bevorstehe. Putin habe der Ukraine in dem mehr als eineinhalbstündigen Gespräch zudem vorgeworfen, auf "terroristische Methoden" zurückzugreifen. Die beiden Staatschefs hätten auch über mögliche Wirtschafts- und Energieprojekte gesprochen.

In Russland wird der Sieg über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg am 9. Mai gefeiert. Aus Angst vor ukrainischen Angriffen verzichtet Putin in diesem Jahr bei seiner Parade auf dem Roten Platz in Moskau auf Panzer und anderes schweres militärisches Gerät. Angesichts der "terroristischen Bedrohung" würden alle Schritte unternommen, um "die Gefahr zu minimieren", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow vor Journalisten. Normalerweise demonstriert Russland bei der Parade seine militärische Stärke.

Zuletzt galt Mitte April während der orthodoxen Ostern eine 32-stündige Waffenruhe. Wie schon bei früheren Feuerpausen zu Feiertagen warfen sich die Kriegsparteien gegenseitig Verstöße vor. Sowohl Russland als auch die Ukraine berichteten von weiteren Angriffen der Gegenseite, allerdings in geringerem Ausmaß als sonst.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuletzt mehrfach Russland zu neuen Verhandlungen über einen Waffenstillstand und einen anschließenden Frieden aufgerufen. Der Kreml lehnt eine Feuerpause ohne Vorbedingungen wie die Übergabe weiterer ukrainischer Territorien ab.

Quelle: ntv.de, uzh