Politik
Video
Samstag, 29. März 2014

Telefonat mit Obama: Putin will über Transnistrien reden

Russlands versucht, Befürchtungen eines möglichen Einmarsches in die Ukraine zu entkräften. Man habe "nicht die geringste Absicht", die Grenze zu überqueren. Stattdessen regt Putin im Gespräch mit Obama an, einmal über Transnistrien nachzudenken.

In seinem Telefonat mit US-Präsident Barack Obama hat der russische Staatschef Wladimir Putin nach Angaben des Kremls Möglichkeiten für eine Beruhigung des Ukraine-Konflikts vorgeschlagen. Putin habe vorgeschlagen, dass "mögliche Schritte" der internationalen Gemeinschaft diskutiert werden sollten, um die Lage "zu stabilisieren", erklärte das russische Präsidialamt in Moskau. Diese "konkreten Parameter" sollten bald bei einem Treffen des russischen Außenministers Sergej Lawrow mit seinem US-Kollegen John Kerry besprochen werden, erklärte der Kreml, ohne inhaltliche Angaben zu machen.

Wie viele russische Soldaten sich an der Grenze befinden ist unklar. Die Angaben schwanken zwischen 20.000 und 100.000.
Wie viele russische Soldaten sich an der Grenze befinden ist unklar. Die Angaben schwanken zwischen 20.000 und 100.000.(Foto: imago/ITAR-TASS)

In dem Telefonat habe Putin seinen US-Kollegen zudem vor "Extremisten" in Kiew gewarnt. Außerdem habe er sich besorgt über die Situation in der abtrünnigen Region Transnistrien geäußert. Die an der Grenze zur Ukraine gelegene Region hatte sich von der Republik Moldau losgesagt und wird von Moskau politisch und wirtschaftlich unterstützt. Es gebe "de facto" eine "äußere Blockade" von Transnistrien, die das Leben der Bewohner erschwere, sagte Putin laut der Erklärung.

Ein militärisches Eingreifen in Transnistrien strebt der russische Präsident demnach nicht an: Putin habe sich für eine "faire und akzeptable Lösung" des Problems im Rahmen der 5+2-Verhandlungsgruppe ausgesprochen, sagte er laut Kreml. Die Gruppe besteht aus Moldau, Transnistrien, Russland, der Ukraine, der OSZE sowie der EU und den USA als Beobachter.

Lawrow: Marschieren nicht in die Ukraine ein

Nur Stunden später versuchte Russlands Außenminister Sergej Lawrow, Befürchtungen eines bevorstehenden russischen Einmarsches in die Ukraine zu entkräften. Russland habe "nicht die geringste Absicht", die Grenze zur Ukraine zu überqueren, sagte Lawrow dem russischen Staatssender Westi. Überdies seien sich der Westen und Russland im Konflikt um die Ukraine näher gekommen und eine "gemeinsame Initiative" sei möglich, die Kiew vorgeschlagen werden könnte.

Angaben der ukrainischen Regierung, Putin habe an der Grenze "fast 100.000 Soldaten" zusammengezogen, hatten in den vergangenen Tagen für Beunruhigung gesorgt. Die US-Regierung geht davon aus, dass rund 20.000 russische Truppen in Grenznähe stationiert sind. Moskau hat Berichte über größere Truppenbewegungen dementiert.

Zuvor hatte bereits das Weiße Haus mitgeteilt, dass Obama und Putin Beratungen ihrer Außenminister vereinbart hätten. Obama sagte demnach in dem von Putin initiierten Telefonat, Bedingung für einen diplomatischen Ausweg aus der Krise sei ein Abzug der russischen Truppen.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de