Politik

"Nach zehn Jahren etwas Genugtuung" Reaktionen auf Bin Ladens Tod

Fast zehn Jahre nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA ist der vermutete Drahtzieher Osama bin Laden tot. Er wird von US-Spezialeinheiten in seinem Versteck in Pakistan getötet. Die Reaktionen aus der Politik sind weltweit geradezu überschwänglich. Von "Erleichterung" und "Triumph" ist die Rede.

Michael Bloomberg, Bürgermeister von New York:

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Michael Bloomberg

(Foto: REUTERS)

"Die New Yorker haben fast zehn Jahre auf diese Nachricht gewartet. Meine Hoffnung ist es, dass sie einen Abschluss und etwas Genugtuung für all diejenigen bringen wird, die Angehörige am 11. September 2001 verloren haben."

"Die Tötung von Osama bin Laden verringert das Leid der New Yorker und Amerikaner nicht, aber es ist ein sehr wichtiger Sieg für unsere Nation - und eine Würdigung für die Millionen Männer und Frauen in unseren Streitkräften und anderswo, die so hart für unsere Nation gekämpft haben."

Barack Obama, US-Präsident:

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Barack Obama

(Foto: REUTERS)

"Der Gerechtigkeit wurde Genüge getan." Vorausgegangen sei eine minutiöse Arbeit der  Geheimdienste, sagte Obama. "Ein kleines Team von Amerikanern hat  die Operation mit außergewöhnlichem Mut und Fähigkeiten ausgeführt", sagte der US-Präsident.

"Kein Amerikaner ist zu Schaden gekommen." Die Kommandoeinheit habe sich bemüht, zivile Opfer zu  vermeiden.

Mehr als zwei Jahrzehnte lang habe Bin Laden "Angriffe gegen  unser Land und unsere Freunde und Verbündeten" geplant, sagt Obama. "Der Tod Bin Ladens markiert die bislang bedeutendste Errungenschaft  in den Bemühungen unserer Nation, El Kaida zu besiegen." Der Präsident warnte, dass El Kaida weitere Angriffe vorbereiten werde. Daran gebe es "keinen Zweifel".

Benjamin Netanjahu, israelischer Ministerpräsident:

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Benjamin Netanjahu

(Foto: picture alliance / dpa)

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu gratuliert den Vereinigten Staaten zum Tod Osama bin Ladens. Israel teile die Gefühle der Amerikaner "an diesem historischen Tag", sagte
Netanjahu in seinem Statement. Er beglückwünschte US-Präsident Barack Obama und die US-amerikanischen Soldaten, die an der Operation beteiligt waren. "Das ist ein Sieg, ein überwältigender Sieg für die Gerechtigkeit, für die Freiheit, für die Werte aller demokratischen Nationen, die entschlossen und Seite an Seite gegen den Terrorismus kämpfen", sagte er.

Angela Merkel, Bundeskanzlerin:

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Angela Merkel

(Foto: picture alliance / dpa)

Merkel begrüßte die Tötung von El-Kaida-Chef Osama bin Laden und übermittelte US-Präsident Barack Obama "ihre Erleichterung über diese Nachricht". "Ich freue mich, dass es gelungen ist, Bin Laden zu töten", sagte sie in Berlin. "Mit der Kommandoaktion gegen Osama bin Laden und seiner Tötung ist dem US-Militär ein entscheidender Schlag gegen El Kaida gelungen." "Besiegt ist der internationale Terrorismus damit noch nicht."

"Wir alle werden wachsam bleiben müssen."

"Osama bin Laden gab vor, im Namen des Islam zu handeln, in Wirklichkeit jedoch verhöhnte er die Grundwerte seiner und aller anderen Religionen", ergänzte die Kanzlerin.

Ursula von der Leyen, Bundesarbeitsministerium:

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Ursula von der Leyen

(Foto: picture alliance / dpa)

"Es gibt den Nationen Auftrieb, die zehn Jahre im Kampf gegen den Terrorismus zusammengestanden haben."

Guido Westerwelle, Bundesaußenminister:

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Guido Westerwelle

(Foto: AP)

Es ist ein "guter Tag für all diejenigen, die so wie wir der Überzeugung sind, dass eine wehrhafte Demokratie den Terrorismus bekämpfen muss, der uns und unsere Bürger bedroht hat und leider immer noch bedroht".

Die Tötung bedeute jedoch nicht das Ende des Einsatzes in Afghanistan. "Wir sind nicht in Afghanistan gewesen, um einen Mann zu bekämpfen, sondern wir sind in Afghanistan, weil wir verhindern wollen, dass Afghanistan wieder ein Rückzugsgebiet für den Terrorismus auf der ganzen Welt wird."

Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchener Sicherheitskonferenz:

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Wolfgang Ischinger

(Foto: picture alliance / dpa)

"Der Tod von Osama bin Laden bedeutet in keinem Fall, dass wir jetzt aufatmen können und davon ausgehen können, dass der Spuk vorbei ist", sagte Ischinger. Er rechne damit, dass Al-Kaida versuchen werde, sich an den Amerikanern und der pakistanischen Regierung zu rächen. Dies werde aber "eher nicht" in Deutschland geschehen, sondern anderorts auf der Welt: "Dort, wo vielleicht amerikanische Streitkräfte verwundbar sein könnten."

"Wenn das eine gewonnene Schlacht sein sollte, dann ist das natürlich noch lange nicht der gewonnene Krieg."

"Das ist nicht das Ende des internationalen Terrorismus."

Es sei wichtig für Rolle, Ansehen und Identität des Westens, dass "wir eben nicht einen Krieg mit dem Ziel der Vernichtung führen, dass es nicht um Rache geht." Es gehe vielmehr darum, sich nicht auf dieselbe Ebene wie die Terroristen zu stellen.

David Cameron, britischer Premierminister:

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David Cameron

(Foto: picture alliance / dpa)

"Osama bin Laden war verantwortlich für die schlimmsten terroristischen Gräueltaten, die die Welt je gesehen hat - für den 11. September und für so viele Anschläge, die Tausende Menschenleben gekostet haben, davon viele britische. Es ist ein großer Erfolg, dass er gefunden worden ist und nun nicht mehr in der Lage sein wird, seine Kampagne des weltweiten Terrors zu verfolgen."

"Die Nachricht, dass Osama bin Laden tot ist, wird den Menschen weltweit große Erleichterung bringen."

George W. Bush, ehemaliger US-Präsident:

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George W. Bush

(Foto: picture alliance / dpa)

"Diese bedeutsame Errungenschaft ist ein Sieg für Amerika, für Menschen in der ganzen Welt, die nach Frieden streben, und für all diejenigen, die am 11. September 2001 Angehörige und Freunde verloren haben."

"Der Kampf gegen den Terrorismus geht weiter, aber heute Abend hat Amerika eine unmissverständliche Nachricht gesandt: Egal, wie lange es dauert, Gerechtigkeit wird einkehren."

Franco Frattini, italienischer Außenminister:

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Franco Frattini

(Foto: dpa)

Frattini kündigte eine "sehr hohe Wachsamkeit" nach dem Tod des Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden an. Alle Geheimdienstbehörden, auch die Italiens, seien gegenwärtig dabei, Verbindungen Al-Kaidas zu Zellen in Europa zu überprüfen. Es gehe darum, wie sich die Nachricht vom Tod Bin Ladens auswirken könnte. Man könne aber nicht von einem Terrorismus-Alarm sprechen.

Federico Lombardi, Vatikan-Sprecher:

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Frederico Lombardi

(Foto: REUTERS)

"Osama bin Laden trug, wie jeder weiß, erheblich dazu bei, die Menschen zu spalten und Hass unter ihnen zu verbreiten und sorgte damit für unzählig viele Tote, und zudem missbrauchte er die Religion für diese Zwecke."

Nach Auffassung des Vatikans ist das Ende jedoch Bin Ladens kein Grund für Freudenfeiern. Vielmehr sei zu hoffen, dass der Tod des Al-Kaida-Chefs mehr Frieden als Hass bringen werde, so Lombardi. "Ein Christ sollte niemals den Tod eines Menschen begrüßen."

Quelle: n-tv.de, rts/dpa

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