Politik

Nicht jeder wird profitieren Renten steigen um mehr als drei Prozent

imago89881824h.jpg

Die meisten Rentner in Deutschland dürften sich bereits ab diesem Sommer über mehr Geld auf dem Konto freuen.

(Foto: www.imago-images.de)

Im Sommer sollen die Rentner mehr Geld auf dem Konto haben. Doch nicht bei allen der rund 21 Millionen Rentner wird dieses Geld auch komplett ankommen. Denn zusätzliche 48.000 Männer und Frauen müssen künftig Einkommenssteuer zahlen.

Die rund 21 Millionen Rentner in Deutschland erhalten ab dem 1. Juli spürbar höhere Bezüge. In Westdeutschland legen die Renten zum 1. Juli um 3,18 Prozent zu, im Osten sogar um 3,91 Prozent. Das Bundeskabinett billigte eine entsprechende Verordnung des Sozialministeriums.

Eine monatliche Rente von 1000 Euro, die nur auf West-Beiträgen beruht, erhöht sich dadurch um 31,80 Euro, eine gleich hohe Rente mit Ost-Beiträgen um 39,10 Euro. Sozialminister Hubertus Heil von der SPD sprach von einer "außerordentlich erfreulichen Entwicklung bei den Renten". Im vergangenen Jahr waren die Renten im Westen um 3,22 Prozent und im Osten um 3,37 Prozent gestiegen.

Zugleich nähern sich die Ostrenten weiter an die Westbezüge an. Der Rentenwert im Osten steigt auf 96,5 Prozent des Westwerts. Bis zum Jahr 2024 steigt er aufgrund einer Gesetzesvorgabe von 2017 schrittweise auf 100 Prozent. Der Rentenwert gibt konkret in Euro an, wie viel ein Entgeltpunkt in der Rentenversicherung wert ist; ein Entgeltpunkt wird anhand einer komplizierten Formel berechnet und ist maßgeblich für die Höhe der Rente.

Elf Milliarden Euro pro Jahr

Die Rentenerhöhung kostet knapp elf Milliarden Euro pro Jahr. Im laufenden Jahr fallen Kosten von knapp 5,5 Milliarden Euro an. Das Rentenniveau erhöht sich leicht auf 48,16 Prozent. Es gibt als Verhältnis der Rente zum Durchschnittslohn Auskunft über die Absicherungskraft der Rente.

Die Rentenerhöhung bedarf allerdings noch der Zustimmung des Bundesrats. Die Rentenerhöhung beruht nicht auf einer einmaligen Entscheidung etwa der Regierung, sondern auf einer festgelegten Formel. Vor allem folgt sie der Lohnentwicklung. Die für 2019 maßgebliche Lohnsteigerung lag in Westdeutschland bei 2,39 Prozent und bei 2,99 Prozent in den neuen Ländern. Aber auch die Beitragsentwicklung und das Verhältnis von Beitragszahlern und Rentnern spielen hinein. Künftig wird sich daher verstärkt das ungünstiger werdende Verhältnis von zahlreicheren Rentnern und weniger werdenden Beitragszahlern bei den Rentenanpassungen auswirken.

Durch die Rentenerhöhung bleibt den Betroffenen unterm Strich mehr Geld im Portemonnaie. Denn die Rentenanpassung liegt über der Inflationsrate. Die Verbraucherpreise waren im März um 1,3 Prozent gemessen am Vorjahresmonat gestiegen. Allerdings kommt die Rentenerhöhung nicht bei allen komplett an. Laut Bundesfinanzministerium werden voraussichtlich rund 48.000 Rentner zusätzlich von Einkommensteuer belastet. Gut 4,4 Millionen Personen und zusammen veranlagte Paare mit Renteneinkünften müssen Steuern zahlen. Versicherungspflichtige Rentner müssen auch prozentuale Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung zahlen - mit der Rente steigen auch die Beiträge.

*Datenschutz

Quelle: n-tv.de, kpi/dpa

Mehr zum Thema