Politik

Novum-Gesellschafterin"Rote Fini" ist tot

29.10.2012, 08:32 Uhr
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Rudolfine Steindling stand mit ihrem Namen für die kriminellen Verstrickungen der DDR. Als Treuhänderin der KPÖ verwaltete sie Millionen, die die Bundesrepublik gern zurück gehabt hätte. Nun ist die "Rote Fini" tot.

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Steindling 2003 als Zeugin vor Gericht. (Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Die frühere Treuhänderin der Kommunistischen Partei Österreichs, Rudolfine Steindling, ist tot. Die Wiener Geschäftsfrau mit dem Spitznamen "Rote Fini" sei im Alter von 78 Jahren gestorben, meldete der Rundfunksender ORF. Steindling stand als Alleingesellschafterin der DDR-Außenhandelsfirma Novum im Zentrum eines jahrelangen Rechtsstreits mit der Bundesrepublik um das Firmenvermögen von umgerechnet 240 Millionen Euro.

Die Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben (BvS) hatte sich im Januar 2009 in einem Vergleich mit Steindling darauf geeinigt, dass die KPÖ der Bundesrepublik 120 Millionen Euro überweist. Bereits 2003 hatte ein Gericht in Berlin entschieden, dass das Geld der Bundesrepublik zusteht, da Steindling als Treuhänderin der früheren DDR-Einheitspartei SED gehandelt habe. Steindling hatte dagegen die Auffassung vertreten, die Firma Novum habe der KPÖ gehört.

In dem Fall sind noch mehrere Klagen vor Gericht in Deutschland und der Schweiz anhängig. Ein Großteil des Vermögens von Novum soll 1990/91 über die österreichische Bank Austria an eine Filiale in der Schweiz überwiesen worden sein. Im März 2010 wurde die Bank Austria von einem Gericht in Zürich zur Zahlung von 128 Millionen Euro plus Zinsen an die Bundesrepublik verurteilt, doch legte die Bank Berufung ein.

Steindling war mit einem früheren jüdischen Widerstandskämpfer aus Ungarn verheiratet. Zuletzt lebte sie meist bei ihrer Tochter in Israel, wo sie sich durch großzügige Spenden an die Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem einen Namen machte. In Wien verkehrte die "Rote Fini" mit Politikern aller Parteien und war für ihr Faible für Chanel, Champagner und Opernbesuche bekannt.

Quelle: ntv.de, AFP