Politik

Konflikt um Kaschmir eskaliert Schießerei zwischen Indien und Pakistan

123230980.jpg

Bei dem Feuergefecht zwischen indischen und pakistanischen Soldaten kommt ein Inder ums Leben.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Streit um Kaschmir schwelt schon seit Jahren. Doch nun eskaliert die Lage erneut gefährlich. Auf der Grenzlinie zwischen Indien und Pakistan kommt es zwischen Soldaten beider Länder zu einem Schusswechsel. Ein Mensch stirbt dabei.

An der Grenzlinie zwischen dem indischen und dem pakistanischen Teil Kaschmirs haben sich Soldaten aus beiden Ländern ein heftiges Feuergefecht geliefert. Ein hochrangiger Regierungsvertreter aus Neu Delhi sagte der Nachrichtenagentur AFP, der "schwere" Schusswechsel dauere noch an. Ein indischer Soldat soll dabei getötet worden sein. Pakistan äußerte sich zunächst nicht zu dem Zwischenfall.

Kaschmir ist seit der Unabhängigkeit Britisch-Indiens und einem Krieg zwischen Indien und Pakistan 1947 geteilt. Die Himalaya-Region wird aber bis heute sowohl von Indien als auch von Pakistan in Gänze beansprucht. An der De-Facto-Grenze gibt es immer wieder Gefechte.

*Datenschutz

In der vergangenen Woche hatte die indische Regierung den Konflikt neu angeheizt, als sie den Sonderstatus mit Autonomierechten für Jammu und Kaschmir aus der Verfassung gestrichen hatte. Der Bundesstaat Jammu und Kaschmir soll zudem aufgeteilt und der unmittelbaren Kontrolle Neu Delhis unterstellt werden.

Um Proteste zu unterbinden, hatte die Regierung Zehntausende zusätzliche Soldaten in die Region geschickt und eine Ausgangssperre verhängt. Die Telefon- und Internetverbindungen wurden gekappt. Im indischen Teil von Kaschmir hob die Regierung in Neu Delhi die Blockade teilweise auf. Im vorwiegend muslimisch bewohnten Kaschmir-Tal um die Stadt Srinagar seien 17 Festnetzzentralen wieder in Betrieb gegangen, teilte Regierungssprecher Rohit Kansal mit.

Einmischung Trumps kommt nicht gut an

Im indischen Teil Kaschmirs kam es am Freitag zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. US-Präsident Donald Trump appelliert an Pakistan, in Gespräche mit Indien einzutreten. Nach Angaben des Weißen Hauses lancierte Trump einen entsprechenden Appell in einem Telefonat mit dem pakistanischen Regierungschef Imran Khan. Der Präsident habe betont, wie wichtig es sei, dass Indien und Pakistan die Spannungen "durch bilateralen Dialog" abbauten, sagte ein US-Präsidentensprecher.

Khan war im Juli im Weißen Haus empfangen worden. Trump hatte damals mitgeteilt, der indische Regierungschef Narendra Modi habe ihn darum gebeten, im Konflikt um Kaschmir-Region zu vermitteln. Die indische Regierung bestritt dies und hob hervor, dass sie auf bilaterale Verhandlungen mit Pakistan setze.

Der indische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Syed Akbaruddin, missbilligte politische Interventionen von dritter Seite in den Konflikt. "Wir brauchen keine internationalen Wichtigtuer, um uns sagen zu lassen, wie wir unser Leben führen sollen. Wir sind mehr als eine Milliarde Menschen", sagte Akbaruddin im Anschluss an eine Sitzung des UN-Sicherheitsrats zur Kaschmir-Krise. Es war das erste Mal seit fast 50 Jahren, dass sich das mächtigste UN-Gremium in einer Sondersitzung mit diesem Konflikt befasste.

Quelle: n-tv.de, kpi/dpa/AFP

Mehr zum Thema