Politik

Schlömer ignorierte Avancen AfD-Chef klopfte bei Piraten an

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Bernd Lucke wollte mit Bernd Schlömer reden. Doch Schlömer ignorierte die Offerte.

(Foto: picture alliance / dpa)

Mai 2012: Wirtschaftsprofessor Lucke stinkt die Euro-Politik der Bundesregierung. Er schart Gleichgesinnte um sich und will politischen Einfluss nehmen. In der Findungsphase wendet sich der spätere Chef der Alternative für Deutschland auch an die Piraten. Doch deren Vorsitzender Schlömer lässt ihn eiskalt abperlen.

Der Vorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke, hat sich laut einem Pressebericht im Mai 2012 um Kontakt mit den Piraten bemüht. "Da ich glaube, dass unsere Ziele auch von der Piratenpartei geteilt werden, würde ich gerne in den nächsten Tagen (baldmöglichst) mit Ihnen darüber telefonieren", schrieb Lucke damals in einer E-Mail an den Bundesvorsitzenden der Piraten, Bernd Schlömer, wie die "Welt" berichtete. Schlömer, dessen Partei verschnupft auf die Gründung der AfD reagierte, habe aber nicht auf das Schreiben reagiert.

Dem Bericht der "Welt" zufolge schrieb der Hamburger Volkswirt in der E-Mail, er wolle Organisationen und Parteien, die dem europäischen Stabilitätsfonds ESM kritisch gegenüberstehen, "besser koordinieren und inhaltlich fokussieren". Insbesondere wolle er mit dem "neu zu schaffenden Instrument einer 'Außerparlamentarischen Anfrage'" die "völlig inakzeptable Informationspolitik der Bundesregierung" zum ESM bloßstellen und die Informationsrechte der Bevölkerung einfordern, schrieb Lucke. Dazu habe er bereits mit verschiedenen Organisationen Vorgespräche geführt.

Der "Welt" sagte Lucke über seine Anfrage bei Schlömer: "Ich habe und hatte keinerlei politische Affinität zu den Piraten - außer dass ich ihre Opposition gegen den ESM richtig fand. Ich wäre nie Pirat geworden und ich habe mich auch nie in diesem Sinne geäußert. " Die Außerparlamentarische Anfrage, die er mit seinem Münsteraner Kollegen Ulrich van Suntum entwickelt hatte, um seinem Anliegen Gehör zu verschaffen, sei wenig später gestellt worden. Nur hätten sich eben nicht alle angefragten Organisationen beteiligt.

Quelle: ntv.de, AFP