Politik

Uran-Munition Strahlenexperte fordert unverzügliches Verbot

Der stellvertretende Vorsitzende der Strahlenschutzkommission beim Bundesumweltministerium, Wolfgang Köhnlein, hat sich für ein unverzügliches Verbot uranhaltiger Munition ausgesprochen. Die Behauptung, von dieser Munition gehe keine Gefahr aus, sei falsch, sagte er der Hamburger Wochenzeitung "Die Woche".

Noch heute seien auf dem Balkan stationierte Bundeswehrsoldaten durch uranhaltige Munition gefährdet, sagte der Professor für Strahlenbiologie. Der bei der Detonation solcher Geschosse freigesetzte Uranstaub könne noch kilometerweit entfernt eingeatmet werden und zu schweren gesundheitlichen Schäden führen. Dazu gehörten Augenirritationen, Magen-Darm-Beschwerden, Blut- und Lungenerkrankungen, Nierenschäden und Krebs. Jede noch so kleine Dosis radioaktiver Strahlung berge ein Risiko.

Kritik an Auftragsforschung

Köhnlein griff zudem die Stellungnahmen vieler Wissenschaftler zu dem Thema als unkritisch an. Sie stünden vielfach im Dienste von Regierungen und Militärs und betrieben Auftragsforschung, bei der sie nicht immer veröffentlichen dürften, was sie gefunden haben. Als Beispiel nannte der Strahlenexperte die vom Verteidigungsministerium beauftragte Gesellschaft für Umwelt und Strahlenforschung (GSF), die nach ihren Richtlinien die Pflicht habe, "mit ihrer Forschung die Politik der Regierung zu unterstützen".

Quelle: n-tv.de