Politik

Gremium mit Experten aus Deutschland Südkorea will Einheit mit Norden

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Nordkorea: Erst Koexistenz mit dem Süden, dann Einheit?

(Foto: AP)

Südkorea forciert seine Bemühungen um eine Annäherung an den verfeindeten Norden. Eine Expertenkommission soll das Land auf die Einheit mit dem kommunistischen Nachbarland vorbereiten. Mit dabei: der ehemalige Berater von Ex-Bundeskanzler Kohl und Ex-DDR-Ministerpräsident de Maizière.

Südkorea will die Vorbereitungen auf eine mögliche Vereinigung mit dem kommunistischen Nordkorea intensivieren und sich dabei von Deutschland beraten lassen. Der Prozess der deutschen Wiedervereinigung und die Herstellung der inneren Einheit in den zurückliegenden 20 Jahren stellten "einen unschätzbar wertvollen Erfahrungsschatz für uns Koreaner dar", sagte Vereinigungsminister Yu Woo Ik in Seoul zur Gründung eines gemeinsamen Expertengremiums mit Deutschland zur staatlichen Wiedervereinigung. In Seoul kam der Ausschuss erstmals zu Konsultationen zusammen.

"Harmonische Koexistenz"

"Wir beginnen damit, im großen Umfang die eigenen Vorbereitungen auf eine Wiedervereinigung zu intensivieren", sagte Yu. Dazu zähle außer einem festen Willen zur Vereinigung unter anderem auch die Sicherung der nötigen Finanzmittel. Angesichts der Spannungen mit Nordkorea sagte Yu, dass er auch an der Einrichtung eines "stabilen Gesprächskanals" mit Pjöngjang arbeite. Wie dieser aussehen soll, war zunächst unklar. Yu hatte nach seiner Ernennung zum Vereinigungsminister Ende August angekündigt, im Umgang der amtierenden Regierung in Seoul mit Nordkorea flexibel zu sein.

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Lothar de Maizière soll mit seiner Erfahrung helfen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Yu bekräftigte, dass Seoul nicht vorhabe, das nordkoreanische System zu zerstören. Der Weg zur friedlichen Einheit führe über eine harmonische Koexistenz und gemeinsamen Wohlstand. Zugleich rief er den Nachbarstaat zum Wandel und zum Verzicht auf sein umstrittenes Atomprogramm auf. Die koreanische Halbinsel ist seit 1945 in einen westlich orientieren Süden und einen stalinistisch geprägten Norden geteilt.

Regelmäßige Treffen

Deutschland habe den Vorschlag Südkoreas zur Einrichtung eines Konsultationsgremiums gerne angenommen, sagte der Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Christoph Bergner, in Seoul. Südkorea wolle nach Möglichkeit aus den deutschen Erfahrungen Schlüsse für seine eigene Politik ziehen können.

Südkorea will mit dem Ausschuss den seit Jahren bestehende Austausch bei Vereinigungsfragen in einen institutionellen Rahmen stellen. Auf deutscher Seite sitzen außer Bergner unter anderen auch der letzte Ministerpräsident der DDR, Lothar de Maizière und der politische Berater von Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl, Horst Teltschik, im Gremium. Dieses soll regelmäßig zusammenkommen. Das nächste Treffen ist im kommenden Jahr in Deutschland geplant.

Quelle: ntv.de, dpa