Politik

"Broschen-Kriegsführung" Trollt die Queen Trump?

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Später gab es Tee.

(Foto: REUTERS)

Die britische Königin ist zur politischen Neutralität verpflichtet. Dennoch stellt sich nun die Frage, ob die Queen trotzdem ganz subtil und mit feinem Humor gegen US-Präsident Trump Stellung bezieht.

"Ich denke, sie mögen mich hier." Diese Meinung dürfte Donald Trump angesichts der Proteste in London durchaus exklusiv haben. Der US-Präsident ist zwar seit einigen Tagen abgereist, doch wird eifrig gerätselt: Haben nicht nur Tausende Briten lautstark auf den Straßen der Hauptstadt demonstriert, sondern hat Königin Elizabeth II ganz subtil zu verstehen gegeben, dass auch sie ziemlich wenig von Trump hält?

Während in London ein Riesenbaby flog, soll die Queen auf ein völlig anderes Ausdrucksmittel zurückgegriffen haben, um die versteckte Botschaft zu senden: ihre Broschen.

Dieser bemerkenswerte Gedanke kommt von einer Twitter-Nutzerin namens @samuraiKnitter, die sich die Broschen der Königin ganz genau angesehen hat - und die Königin als "Meisterin der Broschen-Kriegsführung" bezeichnet.

Zunächst: Die Queen trägt so ziemlich bei jedem Aufritt eine Brosche, die 92-Jährige kann dafür auf einen gewaltigen Fundus zurückgreifen. Es heißt, dass sie das jeweilige Schmuckstück mit Bedacht auswählt und sehr genau darauf achtet, dass es zum Ereignis passt.

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Die Queen trägt eine Brosche, die ihr die Obamas schenkten.

(Foto: REUTERS)

An den Tagen, als Trump in Großbritannien war, trug die Queen öffentlich bei drei Gelegenheiten eine Brosche - und jede kann durchaus so verstanden werden, als ob sie damit den US-Präsidenten formvollendet getrollt hat.

Geschenk der Obamas

Am Tag, an dem Trump in England ankam, traf er noch nicht die Königin. Stattdessen veranstaltete Premierministerin Theresa May ein pompöses Bankett. Die Queen empfing in Windsor Castle den Erzbischof von Canterbury und den Großimam der al-Azhar-Moschee in Kairo. Bei dieser Gelegenheit trug sie ausgerechnet eine Brosche, die ihr Barack und Michelle Obama bei ihrem letzten Besuch als Präsidentenpaar geschenkt hatten - ein schlichtes Schmuckstück, dass die beiden selbst bezahlt und ausdrücklich als persönliches Geschenk überreicht hatten.

Und dann kam der Tag, an dem Trump und seine Frau Melania zum Tee bei der Königin geladen waren. Was trug sie? Das Outfit, das sie auch bei der "Queen-Speech" im Juni vergangenen Jahres getragen hatte - und mit dem sie nach Meinung einiger Twitterer elegant gegen den Brexit Stellung bezogen hatte. Wie dem auch sei, der königsblaue Hut erinnerte mit seinen gelben Blumen zumindest stark an die Europa-Flagge.

Kleid und Hut trug sie auch beim Treffen mit Trump, allerdings waren zuvor die Blumen durch eine Schleife ersetzt worden. Mit anderen Worten: Dieses Outfit könnte nun als das inoffizielle "Och-Nö-Ich-Bin-Dagegen"-Outfit durchgehen. Doch der Knaller war die Brosche, die Kenner mit der Zunge schnalzen lässt: die Lieblingsbrosche ihrer Mutter.

Das Schmuckstück in Form eines Palmblatts ist auf einem ikonographischen Foto zu sehen, das als "Drei Königinnen in Trauer" bekannt ist. Es wurde während der Beerdigung von König Georg VI aufgenommen, die später als "Queen Mum" bekannte Witwe trägt dabei die berühmte Brosche. Was das heißt? Elizabeth II wählte für das Treffen mit Trump das Schmuckstück, das ihre Mutter beim Staatsbegräbnis ihres Vaters trug. 

Gruß aus Kanada

Doch damit nicht genug: Auch am letzten Tag hat die Queen nach dieser Lesart Trump einen reingedrückt. Während Trump in Schottland golfte, traf sie das belgische Königspaar. Und die Brosche? Es handelte sich um die "Saphire Jubilee Snowflake Brooch". Auch die sorgt bei Kennern für Geraune: Die Königin hatte die Brosche im vergangenen Jahr in Kanada geschenkt bekommen, als sie das Land angesichts des 150. Jahrestags der Gründung besuchte.

Und nun trug sie den Schmuck zum allerersten Mal. Ausgerechnet Kanada. Das Land, mit dem Großbritannien im Commonwealth eng verbunden ist und mit dem Trump im Clinch liegt. Und das soll Zufall sein?

Quelle: ntv.de, jga

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