Politik

Posten bei Air-Force-Akademie Trump besorgt Conway Regierungsjob

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Trump und Conway kurz nach dem Wahlsieg 2016.

(Foto: dpa)

Jahrelang berät Kellyanne Conway US-Präsident Trump und verteidigt ihn unermüdlich in der Öffentlichkeit - im Extremfall mit dem Verweis auf "alternative Fakten". Nun wird sie von Trump kurz vor dem Ende seiner Amtszeit mit einem Regierungsposten belohnt.

Kurz vor dem Ende seiner Amtszeit hat US-Präsident Donald Trump seiner langjährigen Beraterin Kellyanne Conway einen Posten bei einer Regierungsbehörde verschafft. Conway werde Mitglied im Aufsichtsrat der Akademie der US-Luftwaffe, der Air Force, berichtet "The Hill" unter Berufung auf eine Mitteilung des Weißen Hauses. Der Aufsichtsrat soll die Akademie im Bundesstaat Colorado überwachen und gegebenenfalls tadeln. Eine politische Rolle spielt er nicht.

Conway war lange eine gefragte Interview-Partnerin für die großen US-Sender. Sie agierte rhetorisch gewieft und verstand es fast schon virtuos, kritische Fragen umzudeuten oder vom Thema abzulenken. Nach einem Bericht der "Air Force Times" darf der Präsident sechs Sitze in dem Aufsichtsrat der Akademie vergeben, nur zwei müssen demnach die Lehranstalt selbst durchlaufen haben.

Dem Bericht zufolge bekam auch die Transportministerin Elaine Chao einen Job für die Zeit nach Trump. Sie soll ins Kuratorium des John-F.-Kennedy-Zentrums der darstellenden Künste in Washington aufrücken. Sie ist auch deswegen bekannt, weil sie mit Mitch McConnell verheiratet ist, dem mächtigen Fraktionsvorsitzenden der Republikaner im Senat. Die Kennedy-Einrichtung ist das größte Kulturzentrum in Washington und verleiht auch Preise an bekannte Künstler.

Dass Präsidenten gegen Ende ihrer Amtszeit loyale Wegbegleiter mit Posten "versorgen" ist nicht ungewöhnlich. Laut "The Hill" wurden 26 Posten vergeben, Conway sei der prominenteste Name auf der Liste. Die 53-Jährige hatte 2016 Trumps erfolgreichen Wahlkampf geleitet, obwohl sie zuvor dessen Konkurrenten Ted Cruz unterstützt hatte. Kurz nach der Wahl sorgte sie für Aufsehen, als sie offenkundig falsche Aussagen des damaligen Regierungssprechers Sean Spicer als "alternative Fakten" bezeichnete. Der hatte behauptet, bei Trumps feierlicher Amtseinführung seien mehr Zuschauer zugegen gewesen als bei allen anderen Präsidenten vor ihm. Im Wahlkampf 2020 spielte sie keine prominente Rolle mehr.

Conway machte auch mit ihrem Familienleben auf sich aufmerksam. So ist die konsequente Trump-Verteidigerin mit dem Juristen George Conway verheiratet, der sich als Kritiker des Präsidenten profilierte. Im August kündigte Conway an, sich vorerst von ihrem Job zurückzuziehen, nachdem ihre Tochter getwittert hatte, dieser habe "ihr Leben zerstört". Mit ihrem künftigen Job dürfte die Trump-Loyalistin auf jeden Fall mehr Zeit für ihre Familie haben.

Quelle: ntv.de, vpe

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