Politik

Wirbel um "USS John McCain" Trump sollte Kriegsschiff nicht sehen

8569854592_7a13ef431d_o.jpg

Der Name steht in den Augen vieler Trump-Kritiker für ein anderes Amerika: Die "USS John S. McCain", hier bei einer Flottenübung mit südkoreanischen Verbündeten.

(Foto: U.S. Navy photo by Mass Communication Specialist 3rd Class Declan Barnes)

Traditionell werden US-Kriegsschiffe nach bedeutenden Militärs oder Politikern des Landes benannt, so auch im Fall des verstorbenen Senators John McCain. Der Zerstörer, der den Namen eines der schärfsten Kritiker von Präsident Trump trägt, wird zum Spielball einer politischen Posse.

Das US-Verteidigungsministerium hat bestätigt, dass das Weiße Haus ein nach dem verstorbenen US-Senator John McCain benanntes Kriegsschiff bei einem Japan-Besuch von Donald Trump vor dem US-Präsidenten verbergen wollte. Die Siebte Flotte der US-Marine sei von einem Trump-Mitarbeiter angewiesen worden, die "USS John S. McCain" zu verstecken, sagte der kommissarische US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan. Er betonte aber: "Die Anweisung wurde nicht befolgt."

Das Militär dürfe nicht "politisiert" werden, sagte Shanahan am Rande einer Asienreise. "Ich werde damit in einer angemessenen Art und Weise umgehen." Bei dem Schiff handelt es sich um einen rund 150 Meter langen Lenkwaffenzerstörer der Arleigh-Burke-Klasse.

Ursprünglich wurde das Hightech-Kriegsschiff auf die Namen der beiden Navy-Admirale John S. McCain getauft, bei denen es sich um den Großvater und Vater des vergangenen Sommer verstorbenen US-Spitzenpolitikers handelt. Kurz vor dessen Tod ehrte die Marine den prominenten Kriegshelden, indem sie die Namenspatenschaft auf den Sohn der beiden Admirale erweiterte.

Trump-Kritiker McCaine

Trumps Stabschef Mick Mulvaney räumte derweil im US-Sender NBC ein, die Anordnung sei vermutlich von einem Mitglied des Erkundungsteams des Weißen Hauses gekommen. Die Anfrage sei in seinen Augen aber nicht "abwegig" gewesen. Gefeuert werde wegen des Vorfalls niemand.

US-Medien hatten vergangene Woche berichtet, das Weiße Haus habe das nach dem verstorbenen Trump-Kritiker McCain benannte Kriegsschiff vor dem US-Präsidenten verbergen wollen, als dieser Japan besuchte. Demnach wurde zwischenzeitlich eine Plane über den Schiffsnamen gehängt und dann ein Frachtkahn vor der "USS John McCain" positioniert. Trump bestritt, eine entsprechende Anweisung erteilt zu haben.

McCain war im vergangenen August im Alter von 81 Jahren an einem Hirntumor gestorben. Der Republikaner gehörte zu den prominentesten Mitgliedern des US-Senats und war einer der schärfsten innerparteilichen Kritiker Trumps. Noch kurz vor seinem Tod verfügte er, dass der US-Präsident nicht an seiner Trauerfeier teilnehmen solle.

Quelle: n-tv.de, bad/AFP

Mehr zum Thema