Politik

Bericht mit anonymen Quellen Trump will sich vorab zum Sieger erklären

0a67162be6612fdc9a0d686d94c77d7d.jpg

Trump sagt ganz offen und immer wieder, dass er nur durch Wahlbetrug verlieren könne.

(Foto: AP)

Seit Tagen und Wochen wird nicht nur in den USA diskutiert, wie Trump sich wohl in der Wahlnacht am 3. November verhält. Nun heißt es in einem Bericht, der Präsident plane, sich zum Sieger zu erklären, schon bevor alle Stimmen ausgezählt sind. 

US-Präsident Donald Trump könnte sich einem Medienbericht zufolge im Fall eines Vorsprungs in der Nacht der Wahl noch vor Ende der Stimmenauszählung zum Sieger erklären. Die Nachrichtenseite Axios berichtete unter Berufung auf drei ungenannte Quellen, der Republikaner habe entsprechende Pläne mit Vertrauten besprochen. Wegen der Pandemie wird eine Rekordzahl an Briefwählern erwartet.

Umfragen zufolge wollen vor allem Anhänger des Demokraten Joe Biden davon Gebrauch machen. In umkämpften Bundesstaaten wie Pennsylvania können Briefwahlstimmen noch Tage nach der Wahl ausgezählt werden. Das könnte dazu führen, dass Trump bei der Wahl in der Nacht zu Mittwoch vorne liegt, sein Vorsprung sich aber in den Tagen danach in eine Niederlage verwandelt. Dann würden die Wahlleute in den Bundesstaaten, in denen sich das Ergebnis dreht, doch nicht Trump, sondern Biden zugesprochen. Das könnte bei einem knappen Ergebnis entscheidend sein - der Sieger braucht mindestens 270 der 538 Wahlleute aus den Bundesstaaten.

Trump forderte am Sonntag bei einem Wahlkampfauftritt in Dubuque im Bundesstaat Iowa erneut, ein Wahlergebnis müsse in der Nacht zu Mittwoch vorliegen. "Das ist immer so gewesen, und so sollte es sein." Trump behauptet seit Monaten ohne jeden Beleg, dass Briefwahl Betrug Vorschub leistet. Er bereitet damit nach Ansicht von Kritikern das Feld dafür, bei einer Niederlage das Ergebnis anzuzweifeln. Axios berichtete, Trumps Team bereite sich darauf vor, ohne Grundlage zu behaupten, dass die Demokraten die Wahl "gestohlen" hätten, sollte sich das Ergebnis in Pennsylvania nach der Wahlnacht zu Bidens Gunsten drehen.

Biden liegt vorn

Auch Trump-Wahlkampfberater Jason Miller warf den Demokraten vor, einen Wahlsieg nach der Wahl "stehlen" zu wollen. Miller sagte im Sender ABC: "Wir glauben, dass wir in der Wahlnacht mehr als 290 Wahlleute haben werden." Egal, was die Demokraten für "Klagen oder was auch immer für einen Unsinn" versuchen - Trump werde ausreichend Wahlleute haben, um für eine zweite Amtszeit wiedergewählt zu werden.

Der US-Wahlexperte Nate Silver von der viel beachteten Website Fivethirtyeight sieht aufgrund der derzeitigen Umfragen Biden als klaren Favoriten an. Er gibt ihm eine 90-prozentige Chance auf den Gesamtsieg, sagt aber ausdrücklich, dass auch ein Trump-Erfolg "plausibel" sei - auch ohne Abbruch der Auszählung von abgegebenen Stimmen. Biden werde aber auch dann gewinnen, wenn die Umfragen so daneben liegen sollten wie 2016.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa