Politik

Spannungen sollen abgebaut werden USA und Nordkorea reden wieder

Das Atomprogramm steht bei den neuen Gesprächen zwischen den USA und Nordkorea in Genf nicht an erster Stelle. Zunächst sollen die Spannungen der letzten Monate abgebaut werden. Vor allem China hatte das kommunistische Regime in Pjöngjang gedrängt, wieder Gespräche aufzunehmen.

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Die US-Botschaft in Genf ist gut gesichert - auch gegen die wartenden Journalisten.

(Foto: dpa)

Rund zwei Jahre nach dem Scheitern der Sechs-Parteien-Gespräche über das Atomprogramm beraten die USA und Nordkorea erneut über einen Abbau der Spannungen auf der koreanischen Halbinsel. Vertreter beider Seiten kamen in der US-Botschaft in Genf zu Gesprächen zusammen. Ein erstes Treffen hatte im Juli in New York stattgefunden. Experten richteten allerdings eher geringe Erwartungen an die auf zwei Tage angesetzten Gespräche, bei denen es mehr um eine Beilegung der Spannungen als um eine Wiederaufnahme der Verhandlungen über das nordkoreanische Atomprogramm geht.

Die Sechs-Parteien-Gespräche über das Atomprogramm waren 2009 gescheitert, als die Vereinten Nationen nach einem zweiten Atomtest Sanktionen gegen Nordkorea verhängten. An den Verhandlungen waren Nordkoreas Schutzmacht China, Russland, Japan, die USA und Südkorea beteiligt.

Hungerhilfe nicht politisieren

China drängt Nordkorea zu einer Vertiefung der Gespräche mit den USA und Südkorea. Das Land hoffe, so eine Wiederaufnahme der Atomgespräche zu erreichen, berichteten die staatlichen chinesischen Medien. Dies habe Vize-Regierungschef Li Keqiang dem nordkoreanischen Ministerpräsidenten Choe Yong Rim bei einem Besuch mitgeteilt. Zugleich habe er zugesichert, dass China weiter fest an der Seite Nordkoreas stehen werde. Der 56-jährige Li gilt als aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge von Ministerpräsident Wen Jiabao, der 2013 zurücktreten will.

Die Vereinten Nationen forderten, die Frage von Lebensmittellieferungen dürfe in den Verhandlungen keine Rolle spielen. Die Hilfen an die notleidende nordkoreanische Bevölkerung dürften nicht politisiert werden, sagte die UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos. Nach UN-Schätzungen sind mehr als sechs Millionen Nordkoreaner dringend auf Hilfen angewiesen. Dort, wo die Hilfe ankomme, sei ein deutlicher Unterschied festzustellen, sagte Amos, die das kommunistische Land in der vergangenen Woche besucht hatte. Russland und die EU gehören zu den wichtigsten Gebern.

Quelle: ntv.de, rts