Politik

Wikileaks-Enthüllungen zum Irak-Krieg USA zeigen auf Bagdad

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US-Militärsoldaten bei einer Razzia in Samarra im Jahr 2004.

(Foto: dpa)

Nach den Enthüllungen von Wikileaks über Gräueltaten im Irak weist die USA alles von sich. Bagdad sei am Zug und müsse die Vorwürfe untersuchen. Die US-Truppen seien dagegen "in Menschenrechtsfragen sehr gut ausgebildet".

Nach der Veröffentlichung von Berichten über massenhafte Kriegsverbrechen an irakischen Zivilisten hat die US-Regierung die Vorfälle als innerirakische Angelegenheit bezeichnet. Wenn Ermittlungen infolge der Wikileaks-Enthüllungen nötig seien, dann müsse zuallererst die irakische Führung untersuchen, "wie sie ihre eigenen Zivilsten behandelt hat", sagte US-Außenamtssprecher Philip Crowley. Darüber sei mit der Regierung in Bagdad gesprochen worden.

Crowley sagte zu internationalen Rufen nach einer Untersuchung durch die USA, dass die souveräne irakische Regierung dafür zuständig sei. Nach seinen Angaben haben US-Soldaten die irakischen Stellen informiert, wenn sie Zeugen von Gewalt und anderen Verbrechen geworden seien. "Unsere Truppen sind in Menschenrechtsfragen sehr gut ausgebildet, und wenn sie Besorgniserregendes oder klare Misshandlungen seitens eines Landes gesehen haben, das unser Partner ist, dann müssen sie das melden", sagte Crowley. "Und sie haben das getan."

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Die USA sind nach den Enthüllungen unter Druck.

(Foto: APN)

Die Enthüllungsplattform Wikileaks hatte am Freitag fast 400.000 Geheimdokumente zum Irak-Krieg veröffentlicht. Die Unterlagen stammen laut der Internetplattform aus "einer Datenbank des Pentagon" aus der Zeit vom 1. Januar 2004 bis zum 31. Dezember 2009. Sie weisen auf massenhafte Kriegsverbrechen hin, die irakische Sicherheits- und Polizeikräfte an Zivilisten begangen haben: Hinrichtungen, Folterungen und andere Misshandlungen. Einige der Papiere deuten aber auch an, dass US-Truppen von den Gräueltaten wussten.

Kritik an Washington

Der Golfkooperationsrat hatte die Regierung in Washington aufgefordert, eine Untersuchung zu möglichen Verbrechen gegen die Menschlichkeit einzuleiten. Die USA seien für "alle Übergriffe und Verbrechen ihrer Soldaten im Irak verantwortlich", hieß es in einer Erklärung des Generalsekretärs des Golfkooperationsrates, Abdulrahman bin Hamad el Attija.

Auch der Sprecher des britischen Premierministers David Cameron sagte, die Vorwürfe über die Misshandlungen von Gefangenen müssten untersucht werden. "Unsere Position ist eindeutig: Misshandlungen von Gefangenen darf es nicht geben, und wir werden den Vorwürfen natürlich nachgehen."

Quelle: ntv.de, AFP/dpa