Politik
Undiplomatisch: Ukraines Außenminister Andrej Deschtschiza
Undiplomatisch: Ukraines Außenminister Andrej Deschtschiza(Foto: dpa)
Montag, 16. Juni 2014

Moskau ist empört: Ukraines Außenminister nennt Putin "Arschloch"

Außenminister befleißigen sich normalerweise einer diplomatischen Sprache. Sie zeigen sich besorgt oder äußern Unverständnis - aber sie schimpfen in der Regel nicht. Anders der ukrainische Außenminister.

Hochrangige russische Politiker haben die Entlassung des ukrainischen Außenministers Andrej Deschtschiza gefordert, nachdem dieser Putin obszön beleidigt hatte. Der Außenbeauftragte der Staatsduma, Alexej Puschkow, sagte, der ukrainische Präsident Petro Poroschenko müsse Deschtschiza entlassen, weil es diesem "an Selbstbeherrschung" fehle.

"Der Außenminister der Ukraine hat sich obszön über die Leitung unseres Landes geäußert", sagte Wladimir Dschabarow vom Auswärtigen Ausschuss des russischen Föderationsrats laut Agentur Ria Novosti. "Das ist unannehmbar."

Deschtschiza hatte Putin am Samstag bei einer Kundgebung vor der russischen Botschaft in Kiew "Arschloch" genannt. Eigentlich wollte er die Demonstranten davon abhalten, das Gebäude zu stürmen. "Wir müssen unsere internationalen Verpflichtungen erfüllen, und dazu gehört das Recht Russlands, eine Botschaft in der Ukraine zu haben", sagte er.

Nachdem er für diese Worte von den Demonstranten beschimpft wurde, sagte er: "Habe ich etwa gesagt, dass ich dagegen bin, dass ihr protestiert? Ich bin dafür. Ich bin bereit, hier mit euch zu rufen: Russland, raus aus der Ukraine!" Und er fügte hinzu: "Ja, Putin ist ein Arschloch." Die Menge nahm den Ruf auf und skandierte "Putin Arschloch" - ein Slogan, der nun auf Demonstrationen in der Ukraine ein Schlachtruf ist.

Die Demonstranten hatten sich nach dem Abschuss einer ukrainischen Militärmaschine vor der russischen Botschaft versammelt. Sie warfen Eier und Farbe gegen das Botschaftsgebäude, schmierten Hakenkreuze an das Tor des Botschaftsgeländes, rissen die russische vom Mast und hissten die ukrainische Flagge.

Quelle: n-tv.de