Politik
Donnerstag, 12. April 2012

Schönheits-OP-Verbot für Minderjährige: Union will Patienten schützen

Brustvergrößerung, Fettabsaugen – immer wieder versuchen auch Jugendliche, ihren Körper künstlich einem Schönheitsideal anzunähern. Und immer wieder bereuen sie es im Erwachsenenalter. Davon sind zumindest CDU und CSU überzeugt. Sie wollen Minderjährigen derartige Eingriffe darum verbieten.

Chirurgen nehmen nach eigenen Angaben zehn Prozent ihrer Eingriffe an Patienten vor, die noch nicht 20 Jahre alt sind.
Chirurgen nehmen nach eigenen Angaben zehn Prozent ihrer Eingriffe an Patienten vor, die noch nicht 20 Jahre alt sind.(Foto: REUTERS)

Die Union will Schönheitsoperationen an Minderjährigen verbieten. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) und beruft sich auf ein internes Positionspapier von CDU und CSU. Ausnehmen will die Union Schönheits-Chirurgische Eingriffe, die medizinisch notwendig sind. Auch Piercings sollen weiterhin möglich sein.

Das Verbot soll Teil eines neuen Patientenrechtegesetzes sein und Jugendliche davor schützen, sich für einen Eingriff zu entscheiden, den sie im gereiften Erwachsenenalter womöglich bereuen.

Größere Brüste, eine schmalere Taille oder eine gerade Nase – laut der Vereinigung Deutscher Plastischer Chirurgen gibt es etliche Jugendliche, die sich künstlich einem Schönheitsideal annähern wollen. Die Chirurgen nehmen nach eigenen Angaben rund zehn Prozent ihrer Eingriffe an Patienten vor, die noch nicht 20 Jahre alt sind. "Selbst bei einer ordnungsgemäßen Aufklärung ist nicht sichergestellt, dass sich der Jugendliche der Reichweite seines Entschlusses bewusst ist", zitiert das Blatt die Chirurgenvereinigung.

Millionenschwerer Entschädigungsfonds geplant

Eine aktuelle Studie des Meinungsforschungsinistituts Forsa kommt zu dem Ergebnis: Jeder vierte Deutsche zwischen 16 und 29 Jahren kann sich prinzipiell einen ästhetisch-chirurgischen Eingriff vorstellen, in der Altersgruppe der 45- bis 65-Jährigen dagegen war es nur jeder neunte.

Neben dem Verbot für Minderjährige Patienten bekommen Hilfe zum Schutz von Patienten in dem neuen Gesetz bündeln. Dazu gehört auch der Schutz vor "Kunstfehlern" durch die Umkehr der Beweislast: Ärzte müssten bei schweren Behandlungsfehlern künftig nachweisen, dass Gesundheitsschäden beim Patienten auch eingetreten wären, wenn sie Behandlung korrekt erfolgt wäre.

Ein millionenschwerer Entschädigungsfonds für Opfer von "Kunstfehlern" soll darüber hinaus sicherstellen, dass schwer Geschädigte nicht das Ende eines Gerichtsverfahrens abwarten müssen, bevor sie Schadensersatzzahlungen bekommen.

Der Entwurf für das neue Patientengesetz will die Union im Mai im Bundeskabinett vorlegen.

Quelle: n-tv.de