Politik

Israels Armee trauert um Goldin Vermisster Soldat starb im "Terror-Tunnel"

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In einem Tunnel wie diesem starb Goldin.

(Foto: REUTERS)

Hadar Goldin und sein Team erkunden gerade ein Tunnelsystem, das tief in israelisches Gebiet hineinreicht, als sie von einem Hamas-Kommando überrascht werden. Ein Selbstmordattentäter reißt seine beiden Kameraden in den Tod, von Goldin selbst fehlt im Anschluss jede Spur - bis jetzt.

Der entführt geglaubte israelische Leutnant Hadar Goldin ist tot. Wie die israelischen Streitkräfte am frühen Morgen mitteilten, starb Goldin am Freitag bei Kämpfen im Gazastreifen. Die Familie des Soldaten sei unterrichtet worden.

Eine Kommission unter Leitung des Chefrabbiners der Streitkräfte habe am späten Samstagabend mitgeteilt, dass der Leutnant tot sei. Der Familie wurde nach Angaben des israelischen Onlineportals "Ynet" erklärt, dass es am Ort des Geschehens genügend pathologische Erkenntnisse gab, um Hadar für tot zu erklären.

Derweil gingen auch in der Nacht die Kampfhandlungen auf beiden Seiten weiter. Israel flog nach palästinensischen Angaben massive Luftangriffe auf Ziele im Gazastreifen, bei denen sieben Menschen getötet worden seien. Auch der Raketenbeschuss Israels wurde fortgesetzt.

Israel hatte mit einem massiven Armeeeinsatz nach dem Soldaten gesucht, den militante Palästinenser am Freitag im Gazastreifen entführt haben sollten. Ganze Truppenformationen durchkämmten im südlichen Gazastreifen Häuser und verdächtige Orte, unterstützt von massivem Artilleriefeuer.

Goldin wahrscheinlich Opfer von Selbstmordattentäter

Der bewaffnete Arm der Hamas, die Al-Kassam-Brigaden, hatte bestritten, den Soldaten in seine Gewalt gebracht zu haben. "Wir haben den Kontakt zu den an dem Überfall beteiligten Kämpfern verloren, und wir vermuten, dass sie alle bei dem (nachfolgenden israelischen) Bombardement getötet wurden", hieß es in einer Mitteilung. Dabei sei wohl auch der Soldat ums Leben gekommen.

Nach Angaben des israelischen Militärs arbeitete die Einheit Goldins an der Zerstörung eines sogenannten "Terror-Tunnels", als militante Palästinenser sie angriffen. Der unterirdische Gang reichte zwei Kilometer tief in israelisches Gebiet hinein. Die palästinensischen Kämpfer seien aus dem Tunnel heraus aufgetaucht und hätten den israelischen Trupp angegriffen, berichtete die "Jerusalem Post". Demnach zündete einer von ihnen eine Sprengstoffweste, wie sie Selbstmordattentäter verwenden. Zwei israelische Soldaten wurden dabei getötet. Goldin habe bei der Explosion direkt neben den beiden gestanden, sagte ein hoher israelischer Offizier.

Netanjahu und die Hamas hatten vor dem Bekanntwerden der Nachricht vom Tod des Soldaten eine Fortsetzung der Kämpfe angekündigt. "Die Armee wird so lange im Einsatz sein, bis sie ihre Arbeit getan hat", sagte Netanjahu. Hamas-Sprecher Fawsi Barhum erklärte, der "bewaffnete Widerstand wird weitergehen, bis er seine Ziele erreicht hat".

Eines der Hauptziele Israels, die Vernichtung der Angriffstunnel der Hamas, sei bald erreicht. "Wir sind dabei, die Zerstörung der Tunnel zu vollenden." Danach werde Israel die Lage neu bewerten und weitere Schritte entsprechend seinen Sicherheitsbedürfnissen unternehmen, fügte Netanjahu hinzu.

Quelle: ntv.de, jve/dpa

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