Politik

Er war selbst einer von ihnen Wie Biden den Stotterern hilft

13-jähriger Brayden Harrington beim Parteitag der US-Demokraten

Der 13-jähriger Brayden Harrington rührte beim Parteitag der US-Demokraten mit seiner Geschichte.

(Foto: REUTERS)

Er wurde Senator und Vizepräsident, nun tritt Joe Biden als Präsidentschaftskandidat an - und all das, obwohl er stotterte. Beim Parteitag der Demokraten erzählt ein 13-Jähriger, wie er ihm geholfen hat - auch indem er ihm einen Trick verriet.

Joe Biden, der Mutmacher der Stotternden: In einem herzerwärmenden Video hat der 13-jährige Brayden Harrington beim Parteitag der Demokraten am Donnerstag von seiner Begegnung mit dem US-Präsidentschaftskandidaten berichtet. "Er hat mir gesagt, dass wir zum gleichen Klub gehören", sagte der Zahnspangenträger mit breitem Lächeln: "Wir stottern." Es sei wirklich "erstaunlich" gewesen zu hören, dass "jemand wie ich" es bereits zum Vizepräsidenten gebracht habe.

Der heute 77-jährige Biden war wegen seines Stotterns in seiner Kindheit als "Dash" ("Gedankenstrich") verspottet worden. Während des Wahlkampfes hatte er erzählt, wie er seine Aussprache verbesserte, indem er nachts mit der Taschenlampe vor dem Spiegel irische Gedichte rezitierte. Wie Biden vergangenes Jahr in einem Interview berichtete, gehen ihm einige Wörter auch heute noch schwer über die Lippen. Wenn er heute Stotterer treffe, gebe er ihnen oft seine private Telefonnummer.

Wie Brayden in dem Video schilderte, hatte Biden ihn bei einer Wahlkampfveranstaltung im Bundesstaat New Hampshire beiseitegenommen und von seinen Sprechübungen erzählt. Außerdem habe er dem Jungen seine Redemanuskripte gezeigt, auf denen er sich Notizen zur flüssigeren Aussprache mache. "In der kurzen Zeit hat mich Joe Biden selbstbewusster gemacht bei etwas, das mich schon mein ganzes Leben lang gestört hat", sagte Brayden. "Joe Biden hat sich gekümmert. Stellt euch vor, was er für uns alle tun kann."

Persönlicher Kontakt zu 15 Stotterern

Im Januar sagte Biden bei der Wahlkampfveranstaltung, bei der er den jungen Brayden Harrington getroffen hatte, er stottere manchmal noch immer, etwa "wenn er müde" sei. "Es hat nichts mit dem Intelligenzquotienten zu tun. Nichts mit den intellektuellen Voraussetzungen", zitiert ihn CNN. Man müsse sich ermahnen, nicht zu schnell zu sprechen. Man müsse Sätze zerteilen, um sie besser sprechen zu können. So baue er Schrägstriche in die Sätze, die ihn zu mehr Pausen ermahnen.

Biden sagte bei der Gelegenheit, er halte Kontakt zu 15 Stotterern und sage ihnen, es sei von größter Bedeutung, dass sie sich nicht anhand ihres Redens bewerten sollten. Auch seine Mutter habe ihn stets ermutigt, ihm immer wieder gesagt, dass er es schaffen könne. "Immer wenn ich rausging, bestärkte sie mich. Ich weiß, das klingt albern, aber so etwas macht wirklich etwas aus", so der Präsidentschaftskandidat. Anekdoten dieser Art sind Teil des Wahlkampfs, sie sollen die charakterliche Eignung des Kandidaten unterstreichen.

Quelle: ntv.de, vpe/AFP

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