Politik

Rückkehr zur Normalität Wieder Unterricht in Erfurt

Die Schüler des Erfurter Gutenberg-Gymnasiums werden die Bluttat an ihrer Schule wohl nie vergessen. Dennoch muss ihr Leben weitergehen. Heute beginnt für die mehr als 750 Kinder und Jugendlichen der Unterricht an einer Ersatzschule. Obwohl die Spurensicherung abgeschlossen ist, bleibt das Gutenberg-Gymnasium, ein fast 100 Jahre altes Jugendstil-Gebäude, bis zur geplanten Sanierung geschlossen.

"Ich möchte gern, dass der Unterricht mit dem neuen Schuljahr wieder beginnen kann", sagte Erfurts Oberbürgermeister Manfred Ruge (CDU). Die Gesamtkosten für die Sanierung des Gymnasiums bezifferte er auf drei bis vier Mio. Euro. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) habe zugesagt, dass die Finanzierung vom Bund übernommen wird.

"Es ist der Wunsch von Eltern und Schülern, an der Schule zusammen zu bleiben", erklärte der Vorsitzende des Schulfördervereins, Harald Dörig. Mit dem Unterricht in einer Ersatzschule werde zur Normalität zurückgekehrt. Zunächst würden die Schüler, von denen viele noch unter Schock stünden, nur vier Stunden am Tag unterrichtet. Am ersten Schultag sollen die Schüler auch ihre persönlichen Sachen zurück erhalten, die sie auf ihrer Flucht aus dem Schulgebäude zurückgelassen hatten.

Psychologische Betreuung

Für die zwölf ermordeten Lehrer springen Pädagogen aus Thüringen und der Partnerschule aus Mainz ein. Von den 41 Pädagogen, die das Massaker überlebten, seien einige noch nicht in der Lage, wieder vor die Schüler zu treten, teilte das Thüringer Kultusministerium mit.

Die Klassengemeinschaften, die nach dem Amoklauf enger zusammengerückt waren, sollen in ihrer bisherigen Form bestehen bleiben. Psychologen sollen die Gymnasiasten weiter betreuen. Die Schüler der 12. Klasse sollen durch individuelle Regelungen ein vollwertiges Abitur erhalten.

Quelle: n-tv.de