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USA verlieren Stealth-Drohne Zweifel an iranischem Abschuss

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Das iranische Fernsehen berichtet ausführlich über den Vorgang.

Der Iran will eine US-Tarnkappendrohne abgeschossen haben, Experten glauben nicht daran. Dennoch sorgt militärische Hochtechnologie in den Händen des Gegners für Nervosität. Dieser Typ Drohne, hatte das Versteck von Al-Kaida-Chef Bin Laden im pakistanischen Abottabad ausspioniert. Zudem interessieren sich die Geheimdienste für die Explosion in einem angeblichen iranischen Munitionsdepot.

Nach dem Verlust einer geheimen US-Aufklärungsdrohne wachsen Zweifel an der Behauptung des Irans, den unbemannten Flugroboter abgeschossen zu haben. US-Zeitungen zitierten Militärexperten, die vielmehr von einem technischen Defekt ausgehen. Zugleich wuchs die Angst vor Einblicken des Regimes in geheime Militärtechnologie, sollte Teheran tatsächlich eine Tarnkappendrohne in die Hände gefallen sein.

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Von der RQ-170 Sentinel geben die USA so gut wie keine Bilder frei. (Hier eine MQ-9 Reaper des Herstellers General Atomics.)

Die NATO hatte am Sonntag den Verlust eingeräumt, nachdem der Iran den Abschuss einer solchen Drohne gemeldet hatte. Iranischen Medien zufolge war das Fluggerät vom benachbarten Afghanistan aus in den heimischen Luftraum eingedrungen. Die weitgehend intakte Aufklärungsdrohne des Typs RQ-170 sei in der Hand des Militärs. Die NATO räumte unterdessen ein, Ende voriger Woche über dem Westen Afghanistans die Kontrolle über einer der Flugroboter verloren zu haben. Seitdem bemühe man sich, "seinen Status festzustellen". Zum Typ der Drohne wurden jedoch keine Angaben gemacht.

Absturz offenbar kein Einzelfall

US-Regierungsbeamten zufolge gibt es keine Hinweise, dass die Drohne abgeschossen wurde, berichtete das "Wall Street Journal". Es sei schon einige Male vorgekommen, dass die Satellitenverbindung zu den Flugrobotern abgerissen sei und die Drohnen daraufhin abstürzten, meldete zudem die "Washington Post". US-Beamte schlossen eine Cyberattacke als Ursache aus.

Washington befürchtet Technologie-Verlust

Sollte tatsächlich eine Drohne des Typs RQ-170 im Iran niedergegangen sein, "könnte dies einen erheblichen Rückschlag für das US-Militär bedeuten", schrieb die "Washington Post" weiter. Teheran könnten dadurch Einblicke in die Schwächen der Technologie gewährt und Hinweise geliefert werden, wie man die Drohnen entdecken kann. Auch könnte der Iran die Technologie nach China oder Russland weiterverkaufen, wo sie nachgeahmt werden könnte. Die RQ-170 Sentinel wird von Nevada aus gesteuert, sie startet und landet aber von Kandahar in Afghanistan aus. Bekannt wurde die Drohne, weil sie das Versteck von Al-Kaida-Chef Osama Bin Laden im pakistanischen Abottabad ausspionierte. Daraufhin stürmte eine Spezialeinheit am 2. Mai das Haus und erschoss Bin Laden.

Rückschlag für iranisches Raketenprogramm

Unterdessen soll eine heftige Explosion auf einer iranischen Militärbasis vor wenigen Wochen ein wichtiges Raketenprogramm Teherans erheblich zurückgeworfen haben. Satellitenfotos zeigten, dass das Raketen-Testgelände dem Erdboden gleichgemacht worden sei, berichtete die "New York Times". Auch weil der Chef des Programms, General Hassan Mokaddam, bei der Detonation getötet worden sei, gingen amerikanische und israelische Experten von einem herben Rückschlag aus, schreibt die Zeitung weiter. Die Ursache der Explosion ist bis heute unklar. Offiziell spricht man Teheran von einem Unfall, bei dem 17 Menschen den Tod fanden. Die rund 35 Kilometer von Teheran entfernte Basis soll das Test-Zentrum für hoch entwickelte Raketen gewesen sein. US-Experten vermuten, der Unfall sei auf die Unerfahrenheit der Iraner mit der Technologie zurückzuführen.

Dem Bericht zufolge wurden auf dem Gelände mit festem Treibstoff bestückte Raketen getestet, die beinahe augenblicklich gestartet werden könnten. Dadurch seien sie besonders als Abschreckung gegen militärische Erstschläge Israels oder der USA geeignet. Zudem könnten sie Sprengköpfe besser über große Distanzen transportieren als ältere, mit flüssigem Treibstoff angetriebene Raketen.

Quelle: n-tv.de, dpa

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