Politik
Mittwoch, 22. Oktober 2008

Bildungsgipfel in Dresden 2008: Beschlüsse im Überblick

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Bundesländer haben sich in Dresden auf folgende Ziele in der Bildungspolitik verständigt.

Vorschulischer Bereich:
- Bis 2012 soll eine intensive vorschulische Sprachförderung sichergestellt werden. Damit sollen insbesondere Kinder ausländischer Eltern fit gemacht werden für die Einschulung. Der Sprachunterricht soll von Integrationskursen für Eltern flankiert werden.
- Für den Ausbau der Betreuung der bis zu drei Jahre alten Kinder wollen Bund und Länder zusätzliche 80.000 Erzieher und Tagespflegemütter ausbilden.

Schulen:
- Die Zahl der Schulabbrecher soll bis 2015 von acht auf vier Prozent halbiert werden. Die Zahl der Jugendlichen ohne Berufsausbildung soll im selben Zeitraum von 17 auf 8,5 Prozent sinken.
- Nach Möglichkeit sollen bis 2011 gemeinsame Standards für die Abiturprüfungen in den Fächern Deutsch, Mathematik und Fremdsprachen vorliegen, bis 2013 auch in den naturwissenschaftlichen Fächern.
- Das Bildungssystem soll durchlässiger werden. Das heißt, nicht nur zwischen den verschiedenen Schultypen soll der Wechsel erleichtert werden, sondern auch von Schulen zur weiterführenden Ausbildung.

Hochschulen:
- Die Studienanfängerquote soll bundesweit auf im Schnitt 40 Prozent eines Jahrgangs gesteigert werden. Das Potenzial von zusätzlichen 275.000 Studienanfängern soll bis 2015 ausgeschöpft werden.
- Die Anerkennung von Abschlüssen an ausländischen Universitäten soll erleichtert werden.
- In den Fächern Mathematik, Informatik, Natur- und Technikwissenschaften sollen Anreize geschaffen werden, um mehr Studenten dafür zu interessieren.

Weiterbildung:
- Bis 2015 streben Bund und Länder zusammen mit den Sozialpartnern an, die Beteiligung der Erwerbstätigen an der Weiterbildung von 43 (Stand 2006) auf 50 Prozent zu steigern.

Finanzierung:
- Bund und Länder wollen bis 2015 die Ausgaben für Bildung und Forschung von jetzt 8,9 Prozent am Bruttoinlandsprodukt auf dann zehn Prozent steigern. Finanzierungsvorschläge soll eine Arbeitsgruppe bis zur Jahreskonferenz der Ministerpräsidenten ende Oktober 2009 - also nach der Bundestagswahl - erarbeiten.
- Die Einsparungen, die sich aus sinkenden Schülerzahlen ergeben, die sogenannte demografische Reserve, soll "insbesondere" zur Verbesserung der Bildung verwandt werden. Es liegt jedoch in der Entscheidung der Länder, diese Mittel auch anders zu verwenden.

Quelle: n-tv.de