Gabriele Pauli kandidiertEhrgeizig und umstritten
Die Fürther Landrätin und Stoiber-Kritikerin Gabriele Pauli (50) hat sich schon früh in der CSU engagiert. Ein Kurz-Porträt.
Die Fürther Landrätin und Stoiber-Kritikerin Gabriele Pauli (50) hat sich schon früh in der CSU engagiert. Die begeisterte Motorradfahrerin stammt eigentlich aus Rheinland-Pfalz. Geboren in Schweich an der Mosel, verschlug es sie schon im Kindesalter nach Franken. Dort engagierte sie sich als Gymnasiastin zunächst in der Jungen Union. Seit mittlerweile 30 Jahren ist die Diplom-Kauffrau auch Mitglied der CSU, deren Vorsitz sie nun anstrebt.
Mit 20 kandidierte Pauli zunächst noch ohne Erfolg für den Stadtrat von Zirndorf, 1984 versuchte sie es erneut vergebens. Erst 1988 kam sie als Nachrückerin zu ersten kommunalpolitischen Ehren. Ende der 80er Jahre war Pauli stellvertretende JU-Landesvorsitzende. Im März 1990 wurde die damals 32-Jährige überraschend zur Landrätin von Fürth und damals jüngsten Landrätin Deutschlands gewählt.
Mit ihrer Kritik an Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Edmund Stoiber katapultierte sie sich kurz vor Weihnachten des vergangenen Jahres quasi über Nacht bundesweit in die Schlagzeilen und Talkshows. Nur vier Wochen später gab Stoiber seinen Rückzug von beiden Ämtern bekannt. Als es wieder ruhiger um die rothaarige Landrätin wurde, sorgten vor wenigen Monaten Fotos mit Perücke und Latex-Handschuhen erneut für Aufsehen. Zwischenzeitlich hatte sie selbst ihren Verzicht auf eine erneute Kandidatur als Landrätin von Fürth erklärt und Ambitionen für höhere Aufgaben in Politik oder Wirtschaft geäußert.