Politik
Samstag, 16. Dezember 2006

Der 34-Tage-Krieg: Weniger zivile Opfer

Von Ulrich W. Sahm, Jerusalem

Die Zahl der zivilen Toten während des Libanonkrieges hat sich offenbar drastisch verringert. Mahmoud Komate, Vizechef des Politbüros der Hisbollah, sagte der Nachrichtenagentur AP, dass seine Organisation etwa 250 Kämpfer verloren hat und nicht nur 84, wie die Hisbollah bisher öffentlich behauptete.

Die Gesamtzahl der Toten im Libanon während des 34 Tage andauernden Krieges im Juli und August wird von offiziellen Stellen im Libanon mit 1100 angegeben. Israelische Militärs vermuten, dass die Hisbollah eher um die 600 Kämpfer verloren habe. Noch während des Krieges hatten die Israelis behauptet, rund vierhundert Hisbollahkämpfer namentlich identifiziert zu haben. Allein bei den schweren Kämpfen in den Dörfern Ras el Maroun und Bint Dschbeil habe die Hisbollah nach israelischen Angaben etwa 300 Kämpfer verloren.

Das Eingeständnis der Hisbollah, wesentlich mehr Opfer erlitten zu haben als zunächst veröffentlicht, reduziert deutlich die Zahl der im Krieg getöteten Zivilisten. Das wiederum relativiert Behauptungen, wonach die israelische Luftwaffe "überproportional" hauptsächlich zivile Ziele angegriffen habe. Zum Vergleich: während des Libanonkrieges von 1982 sind bis zum Waffenstillstand nach sechs Tagen insgesamt 17.000 Libanesen und 600 Israelis getötet worden.

Während des Libanonkrieges im Sommer sind 159 Israelis getötet worden, darunter 39 Zivilisten.

Quelle: n-tv.de