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Würdeloses Trump-Biden-Duell Amerika ist tief gesunken

Das Fernseh-Duell zwischen Donald Trump und Joe Biden ist schmerzhaft. Es ist traurig zu sehen, was aus den USA geworden ist. Doch es gibt Hoffnung.

Donald Trump gegen Joe Biden - zu Beginn sah es kurz so aus, als würde es eine Debatte geben. Allerdings war schnell klar: Das wird ein unwürdiges Spektakel.

Dafür sorgte der US-Präsident. Er missachtete die Regeln, unterbrach seinen Kontrahenten ständig, redete dauernd dazwischen. Es wurde eine Show, geprägt von Lärm und persönlichen Angriffen - auch von Biden. Er nannte Trump einen Rassisten, einen Lügner, einen Clown, einen Schoßhund Putins und forderte den Präsidenten auf, den Mund zu halten. Trump pöbelte, höhnte, log. Es ging ihm nicht um Diskurs. Es ging ihm darum, eine Debatte zu verhindern.

Das gelang dem Präsidenten. Die Fernseh-Debatten haben den Zweck, dass die Kandidaten ihre Standpunkte und Pläne erläutern, damit sich die Wähler ein Urteil bilden können. Selbstverständlich ist es dabei immer wieder zu heftigen Wortgefechten und bissigen Äußerungen gekommen. Zwar war Trump auch in den Debatten mit Hillary Clinton vor vier Jahren gehässig und aggressiv, doch dieser Auftritt war etwas völlig Neues.

Es tat weh zu sehen, auf welches Niveau der politische Streit in den USA gesunken ist. Diese 90 Minuten voller Beschimpfungen und Respektlosigkeit sind ein trauriges Beispiel, wie schlimm es derzeit um die US-Demokratie bestellt ist. Nicht nur in der Debatte ignorierte Trump die Regeln und ließ Anstand vermissen. Der Präsident bricht ständig Normen, ohne die eine Demokratie nicht funktionieren kann. Er sät Misstrauen in demokratische Institutionen. So unversöhnlich sich Trump und Biden gegenüberstanden, so tief sind die USA gespalten.

Das Land ist mittlerweile an dem Punkt angekommen, dass der US-Präsident nicht willens ist, sich von rassistischen Gruppierungen zu distanzieren. Stattdessen rief Trump den rechtsextremen "Proud Boys" sogar zu: "Haltet euch zurück und haltet euch bereit." Das klingt alles andere als beruhigend.

Ein US-Präsident muss die Demokratie verteidigen. Doch Trump zweifelt die Legitimität der Wahlen an und spricht von massivem Betrug der Gegenseite. Er weigert sich zu versprechen, das Ergebnis der Präsidentschaftswahl auch bei einer Niederlage anzuerkennen.

Doch so weit muss es nicht kommen. Die USA haben es in ihrer Geschichte - im Gegensatz zu Deutschland - immer wieder geschafft, auch schlimme Fehler selbst zu korrigieren. Viele US-Amerikaner haben die würdelose Trump-Show satt. Derzeit sieht es so aus, als seien es genug, um sie im November zu beenden.

Quelle: ntv.de