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Trump hetzt Meute auf Der Pöbel triumphiert

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Trump-Anhänger dringen in das Kapitol ein.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Donald Trump fordert seine Anhänger auf, zum Kapitol zu marschieren. Die Folgen sind erschreckend. Die USA sind tief gefallen.

Es sind Bilder, die fassungslos machen: Der Mob dringt ins Herz der US-Demokratie ein - gelassen zieht er an Polizisten vorbei, posiert für Fotos, räkelt sich in den Stühlen von Abgeordneten und Senatoren, verwüstet Büros, nimmt von dort Dokumente als Trophäen mit, ohne von Sicherheitskräften behelligt zu werden. Die Repräsentanten der Demokratie sind geflüchtet. Das ist ein Triumph des Pöbels.

Das ist unerträglich. Das tut weh. Und es ist das Ergebnis einer unheilvollen Allianz. So etwas passiert, wenn sich zynische Vertreter des Establishments aus Machtkalkül mit dem Pöbel verbünden. Donald Trump ist die perfekte Verkörperung: reich, unmoralisch, aggressiv, flegelhaft.

Seit Jahren höhlen der US-Präsident und weite Teile der Republikaner die Demokratie aus. Trump verhöhnt seine Gegner, lügt schamlos, nutzt sein Amt für persönliche Zwecke, verbreitet Verschwörungstheorien. Er verachtet die Demokratie, stellt die Legitimität von Wahlen infrage und hetzt seine Anhänger auf.

Genau das hat Trump gestern wieder gemacht, als er Anhänger zum Marsch auf das Kapitol aufforderte. Während sie sich in Bewegung setzten, begannen Republikaner im Gebäude ihr verlogenes Spiel. Sie zweifelten die bereits offiziell bestätigten Ergebnisse in Bundesstaaten an, in denen sich Joe Biden gegen Trump durchgesetzt hatte - allein, um sich bei Trump-Wählern anzubiedern. Sie wissen genau, dass Trump die Wahlen völlig legitim verloren hat. Sie wissen genau, dass sie die Bestätigung von Bidens Sieg im Kongress nur verzögern können. Selbst die Erstürmung des Kapitols hielt sie nicht davon ab, diese Scharade fortzusetzen, nachdem der Mob abgezogen war.

Im Laufe ihrer Geschichte ist es den USA immer wieder gelungen, ihre Demokratie gegen Bedrohungen aus dem Inneren zu verteidigen. Und es ist zu hoffen, dass es wieder gelingt. Denn die Wähler haben ihr Urteil gesprochen: Biden wird der nächste Präsident, die Demokraten kontrollieren sowohl den Senat als auch das Repräsentantenhaus.

Die Bilder vom triumphierenden Mob sind die Konsequenz von vier Jahren Trump im Weißen Haus. Sie stehen zugleich für das passende Ende dieser Präsidentschaft. Sie illustrieren aber auch, wie groß die Bedrohung bleibt. Einer Umfrage zufolge verurteilt zwar eine deutliche Mehrheit der US-Amerikaner das Eindringen. Doch fast die Hälfte der Republikaner hat Sympathien für den Mob.

Quelle: ntv.de