Produkt-Check Technik

Klang, Bedienung, NebengeräuscheFreisprecheinrichtungen im Test - welches Modell klingt klar, welches blechern?

30.01.2026, 14:05 Uhr Screenshot 2026-01-15 125444Von Nikolai Henn
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Telefonieren ohne Griff zum Smartphone - fünf Bluetooth-Freisprechanlagen fürs Auto im ntv Produkt-Check (Foto: RTL/ntv.de)

Der Griff zum Smartphone ist tabu, so lange man hinterm Steuer sitzt. Wer während der Fahrt dennoch erreichbar sein will, braucht eine Lösung, die ohne Handy in der Hand funktioniert. Ob ein günstiger FM-Transmitter ausreicht und für wen eine Box mit Lautsprecher sinnvoller ist - unser ntv Produkt-Check zeigt es auf.

Ob auf der Autobahn oder im Stadtverkehr - eine Freisprechanlage nimmt Gespräche an, ohne dass man dafür das Smartphone berühren muss. Für unseren Produkt-Check schauen wir uns zwei Varianten an: FM-Transmitter stecken im Zigarettenanzünder und schicken das Telefongespräch als Radiosignal auf eine freie UKW-Frequenz, gehört wird über die Autolautsprecher. Hier kann bei ungünstiger Frequenz ein leichtes Rauschen oder eine Senderstörung auftauchen. Andere Modelle klemmt man an die Sonnenblende. In diesem Fall werden eigene Lautsprecher genutzt - das erspart zwar das Suchen nach der passenden Frequenz, klingt in der Regel aber nicht ganz so natürlich und voluminös wie über die Lautsprecher des Autos.

So läuft der Test der Freisprecheinrichtungen ab

Zuerst geht es um Verarbeitung und Befestigung. Bei FM-Transmittern zählt, ob der Stecker stramm im Zigarettenanzünder steckt. Bei Sonnenblenden-Geräten schauen wir uns an, wie sicher die Halterung greift und ob die Bedienelemente erreichbar bleiben, wenn die Freisprechanlage vor dem Fahrer hängt.

Bei der Ausstattung checken wir, welche Anschlüsse es gibt - etwa USB-Ports zum Laden, Schnittstellen für Speichermedien (USB-Stick oder Karten-Slot für microSD) oder ein AUX-Anschluss, falls sich das Audiosignal auch per Kabel statt per UKW einspeisen lässt.

Danach steht die Klangqualität während des Fahrens im Mittelpunkt: Wie wirkt die eigene Stimme bei einer Sprachaufnahme und während des Telefonierens? Gleichzeitig zählt das Gegenüber: Kommt Sprache über die Autolautsprecher oder den eingebauten Speaker sauber an? Beim Abspielen von Musik zeigt sich außerdem ein typischer FM-Effekt: Bei niedriger Lautstärke ist der Klang meist okay, bei mehr Pegel steigt das Grundrauschen - genau hier zeigt sich, welche Geräte angenehm bleiben und welche schnell rauschen.

Bei der Bedienung testen wir, wie zuverlässig sich die Geräte nach dem Einsteigen verbinden und ob sich Annehmen, Auflegen sowie die Lautstärke blind bedienen lassen. Bei FM-Transmittern spielt zusätzlich eine Rolle, ob ab und zu die Frequenz gewechselt werden muss, weil ein Radiosender oder Störungen in den Kanal funken. Außerdem interessiert uns, ob es ein Sprachmenü gibt, das durch Funktionen führt und meldet, was gerade passiert (zum Beispiel beim Koppeln oder beim Wechsel der Radiofrequenz).

Diese Bluetooth-Freisprechanlagen testen wir

Unser Testsieger: Jabra Freeway HFS100 Bluetooth-Freisprecheinrichtung

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Die Jabra Freeway HFS100 wird an der Sonnenblende befestigt (Foto: RTL/ntv.de )

Die Jabra-Freisprecheinrichtung hängt an der Sonnenblende und wirkt als Gerät deutlich hochwertiger als die kleinen Transmitter. Die Halterung sitzt sicher, die Tasten sind groß. Praktisch im Alltag: Es gibt eine eigene Sprachtaste für Sprachbefehle, eine Stummtaste fürs Mikrofon, und die Sprachführung leitet mit kurzen Ansagen durch Einrichtung und Funktionen. Außerdem kann die Freisprecheinrichtung mit zwei aktiven Bluetooth-Geräten gleichzeitig verbunden sein, etwa mit Privat- und Diensthandy. Ein Sensor übernimmt das Ein- und Ausschalten im Fahrbetrieb - so bleibt die Box nicht versehentlich dauerhaft eingeschaltet.

Während des Telefonats und bei der Aufzeichnung der Sprachaufnahme liefert die Jabra die beste Gesamtverständlichkeit. Die Stimme wirkt nah und natürlich, nur minimal blechern. Störgeräusche wie Lüftung oder Straßenlärm sind beim Gegenüber kaum wahrzunehmen.

Im direkten Vergleich liegt die Jabra vor dem SONRU-Transmitter, der ähnlich klar wirkt, aber etwas dumpfer bleibt.

Das Gerät ist das einzige Modell im Test, das zwei Wege anbietet: Entweder läuft das Gespräch (und damit auch entsprechende Ansagen) über den eingebauten Lautsprecher an der Sonnenblende, oder die Jabra funkt den Ton per FM auf eine freie UKW-Frequenz. In diesem Fall wird das Autoradio über die Autolautsprecher abgespielt.

Kurzfazit: Für alle, die eine sehr entspannte Bedienung, gute Klangqualität und die Wahl zwischen internem Lautsprecher oder FM-Modus über die Autolautsprecher wollen, ist die Jabra vorn. Einziger Haken: der deutlich höhere Preis als bei den anderen Modellen im Test.

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Jabra Freeway HFS100 Bluetooth-Freisprecheinrichtung
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Unser Preis-Leistungs-Sieger: SONRU BC49BQ Bluetooth 5.3 Transmitter

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Der Bluetooth-Transmitter von SONRU sitzt am Lüftungsgitter und ist gut erreichbar (Foto: RTL/ntv.de)

Der SONRU-Transmitter setzt auf ein einfaches Plastikgehäuse. Der Zigarettenanzünder liefert Strom, der eigentliche Transmitter hängt an einem Kabel und sitzt gut sichtbar und fest fixiert an der Mittelkonsole oder in der Belüftung. Dadurch bleibt er näher am Fahrer als klassische Steckmodelle. Die Tasten wirken im Vergleich zu den Modellen von LENCENT und Mohard angenehm groß und lassen sich auch während der Fahrt treffsicher drücken.

Bei der Sprachaufnahme wirkt die Stimme zwar nah und vergleichsweise voluminös, bleibt aber etwas hart und leicht blechern. Bei der Gegenseite kommt die Sprache ohne auffälliges Lüftungs- oder Straßenrauschen gut verständlich an, wirkt allerdings im Test leicht metallisch. Im direkten Vergleich liegt der SONRU dicht am Testsieger.

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SONRU BC49BQ Bluetooth 5.3 Transmitter
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22,99 €

Der Transmitter bringt nicht nur Telefonate ans Autoradio, sondern versorgt das Smartphone auch gleich mit Strom - Navigation und Anrufe ziehen den Akku bekanntermaßen schnell runter. Zum Laden gibt es USB-C mit Power Delivery und USB-A mit Quick Charge 3.0 - je nach Handy und Kabel ist das oft spürbar schneller als ein einfacher USB-Port. Dazu kommt eine AUX-Buchse. Damit kann der Ton auch per Kabel ins Radio laufen, das FM-typische Rauschen spielt dann keine Rolle mehr. Wer Musik auch mal ohne Handy abspielen will, nutzt den Slot für microSD-Speicherkarten: Karte rein, Play drücken, fertig.

Beim Musikhören zeigt sich aber die typische Grenze der FM-Übertragung: Auf leiser Stufe wirkt der Klang ordentlich, dreht man hoch, mischt sich ein Grundrauschen dazu.

Kurzfazit: Für alle, die günstig über das Autoradio telefonieren wollen, liefert der SONRU-Transmitter die beste Mischung aus guter Verständlichkeit und Bedienung, Haken bleibt das FM-typische Rauschen bei hoher Lautstärke.

LENCENT T25 Bluetooth FM Transmitter - unauffällig und weiter weg

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Der LENCENT T25 Bluetooth FM Transmitter steckt im Zigarettenanzünder (Foto: RTL/ntv.de)

Der LENCENT-Transmitter wirkt solide verarbeitet, steckt direkt im Zigarettenanzünder und fällt optisch kaum auf. Das Problem: Da der Transmitter weiter weg sitzt, sind die kleinen Tasten unterwegs schwerer zu treffen als beim SONRU. Annehmen, Auflegen sowie Lauter und Leiser funktionieren trotzdem zuverlässig, nur muss man eben ganz genau hinschauen oder kann die Tasten blind bedienen.

Bei der Sprachaufnahme wirkt die Stimme, als käme sie aus größerer Entfernung, das Volumen bleibt deutlich unter dem SONRU. Beim Gegenüber kommt die Stimme während des Anrufs natürlicher an als beim Mohard, auch wenn sie nicht besonders voll wirkt. Hintergrundgeräusche wie Blinken tauchen nur leise im Hintergrund auf.

Als Zusatz ist der USB-Port für Musik praktisch: Ein USB-Stick mit MP3-Dateien spielt direkt über das Autoradio. Für moderne Smartphones fehlt aber ein USB-C-Anschluss, geladen wird über USB-A. Echtes Schnellladen steht hier nicht im Vordergrund.

Kurzfazit: Für alle, die einen dezenten Stecker suchen und mit etwas weniger Stimmvolumen leben können, ist der LENCENT solide. Der größte Haken dürften die kleinen Tasten und die entfernte Mikrofonposition sein.

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LENCENT T25 Bluetooth FM Transmitter
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15,98 €18,99 €

Mohard BC61 FM Bluetooth Transmitter - stark beim Laden, schwächer bei der Tonqualität

Mit-dem-Mohard-Bluetooth-Transmitter-lassen-sich-zwei-Geraete-parallel-laden-eines-ueber-USB-C-das-andere-ueber-USB-A
Mit dem Mohard Bluetooth-Transmitter lassen sich zwei Geräte parallel laden - eines über USB-C, das andere über USB-A (Foto: RTL/ntv.de)

Das stabile Metallgehäuse des Mohard-Geräts ist das wertigste im Testfeld. Wie der LENCENT sitzt es direkt im Zigarettenanzünder, die Bedienung ist ähnlich: Tasten und Display sind kleiner und weiter weg als beim SONRU, funktionieren aber grundsätzlich gut. Klanglich liegt der Mohard-Transmitter nahe am LENCENT, wirkt aber etwas unruhiger. Die Stimme klingt blechern und wenig natürlich - im Vergleich zum SONRU fehlt dem Mohard die Nähe und damit das Plus an Volumen. Trotz dieser Schwächen bleibt das Gespräch verständlich. Beim Musikhören gilt das gleiche Muster wie bei den anderen FM-Transmittern im Test: leise okay, bei mehr Pegel steigt das Grundrauschen. Im Alltag punktet das Gerät mit seiner Ladeausstattung, weil das Smartphone schnell wieder Energie bekommt. Als Extra bringt der Mohard zwei Ladewege mit - einen USB-C-Port für aktuelle Smartphones und einen USB-A-Port als zweiten Schnelllade-Anschluss - praktisch, da das Handy für Navigation und Telefonat gleichzeitig viel Strom braucht.

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Mohard BC61 FM Bluetooth Transmitter
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16,98 €20,99 €

Kurzfazit: Für alle, die günstiges Freisprechen mit sehr praktischen Ladeports kombinieren wollen, ist der Mohard interessant, der Haken ist die blecherne Stimme.

SuperTooth Buddy Freisprecheinrichtung - sehr simpel, Abstriche beim Klang

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Die SuperTooth Buddy Freisprecheinrichtung bringt man mit einer Magnethalterung an ... (Foto: RTL/ntv.de)
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... so sitzt sie fest an der Sonnenblende (Foto: RTL/ntv.de)

Die SuperTooth Buddy hat die simpelste Lösung: an die Sonnenblende klemmen, koppeln, fertig. Die Tasten sind angenehm groß, u die Bedienung wirkt auf Anhieb logisch. Praktisch ist die Magnet-Halterung, die an der Sonnenblende bleibt und durch die sich die Freisprechanlage bei Bedarf schnell abnehmen lässt. Dazu kann die Buddy zwei Handys gleichzeitig verbunden halten, etwa Privat- und Dienstgerät.

Klanglich ist die Buddy jedoch der schwächste Kandidat im Testfeld. Die eigene Stimme wirkt blechern, verzerrt und etwas dumpf, als käme sie aus einem alten Telefon. Auch über den internen Lautsprecher ist die Gegenseite zwar verständlich, klingt aber nach einer Bandansage. Beim Gegenüber tauchen immer wieder Störgeräusche auf, der Blinker ist deutlicher hörbar als bei den anderen Geräten im Feld.

Als reine Freisprecheinrichtung hat die Buddy immerhin den Vorteil, dass keine FM-Frequenzsuche und kein FM-typisches Musikrauschen hörbar sind. Nach Angaben des Herstellers sind bis zu 20 Stunden Gesprächszeit möglich - damit hält das Gerät auch bei vielen Telefonaten mehrere Tage durch, bevor geladen werden muss.

Kurzfazit: Für alle, die eine sehr einfache Sonnenblenden-Lösung wollen, ist die SuperTooth Buddy bequem, Haken ist der deutlich dumpfere und unruhigere Klangeindruck.

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SuperTooth Buddy Freisprecheinrichtung
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39,90 €47,99 €

Testfazit Bluetooth-Freisprecheinrichtungen

Testsieger im ntv Produkt-Check ist die Jabra Freeway HFS100 Bluetooth-Freisprecheinrichtung, weil die Stimme am natürlichsten wirkt und die Bedienung am einfachsten ist. Der hohe Preis lohnt vor allem für Vieltelefonierer, die keine Lust auf FM-Frequenzen und Kompromisse bei der Verständlichkeit haben. Preis-Leistungs-Sieger ist der SONRU BC49BQ Bluetooth 5.3 Transmitter, weil er im Telefonat nah an die teuren Lösungen herankommt und durch das Bedienteil in Griffnähe besonders alltagstauglich ist. Der kleine Haken bleibt systembedingt: Bei FM-Übertragung kann bei hoher Lautstärke Rauschen auftreten, manchmal hilft da nur ein Frequenzwechsel.

*Die Testredaktion rund um den „ntv Produkt-Check” ist unabhängig, erwirbt alle Produkte auf eigene Kosten, führt Tests durch und bewertet nach objektiven Kriterien. Wenn Sie ein Produkt über einen Link kaufen sollten, erhalten wir eine Provision. Der Preis ändert sich dadurch nicht.

Quelle: ntv.de

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