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Ökologisch und drogenfrei Hanf als Dämmstoff

Ein ganzes Volk im Dämmwahn! Ab 2050 soll es in Deutschland nur noch klimaneutrale Häuser geben. Hausbesitzer greifen bei deren Isolierung meist zu billigen und relativ einfach zu installierenden Wärmeplatten. Doch häufig können diese weder ästhetisch noch ökologisch überzeugen. Ihre Lebensdauer ist zu kurz, ihre Entsorgung problematisch. Eine Alternative: natürlich nachwachsende Rohstoffe, wie Hanf.

Die Firma Thermohanf im bayrischen Nördlingen hat sich auf die Produktion von natürlichen Dämmstoffen, wie Hanf, spezialisiert. Die Hanffasern hierfür stammen zum größten Teil aus Frankreich. Doch auch auf deutschen Feldern wächst mittlerweile wieder die Pflanze mit der charakteristischen Blattform. Allerdings nur als Nutzpflanze – völlig drogenfrei, wie Stefan Specht von  Thermohanf erläutert: "Seit 1996 darf man in Deutschland wieder die THC freien Hanfsorten, die sogenannten Faserhanfsorten in Europa wieder anbauen. Man natürlich schon dementsprechend beim Missbrauch von THC haltigem Hanf, merkt man natürlich eine berauschende Wirkung, was beim Nutzhanf überhaupt nicht möglich ist, weil da müsste man 1,7 Hektar in etwa konsumieren, um auf einen Joint zu kommen."

Hanf ohne berauschende Wirkung

Das Unternehmen gehört zu den Pionieren in der Hanfverarbeitung. Bereits 1998 erhielt es für sein Produkt die Zulassung als Baustoff.  Anfangs wurde noch auf Maschinen einer alten Textilfabrik produziert. Die Skepsis gegenüber der Pflanze Hanf  war jedoch nicht nur zu Beginn der Firmengeschichte groß: "Vorurteile gegenüber der Pflanze Hanf haben wir laufend. Wir haben ja auch unsere Geschäftsfahrzeuge absichtlich sehr auffällig gemacht, so dass wir auch dementsprechend oft angesprochen werden. Auf Messen werden wir heute noch belächelt. Zum Teil von Leuten, die wo heute noch nicht das Bewusstsein haben, was Naturdämmstoffe sind.“, so Stefan Specht.

Hanf ohne Entsorgungsproblem

Die Hanffasern enthalten weder Eiweiß noch Kohlenhydrate . Somit kann bei der Produktion auf Schädlingsbekämpfungsmittel verzichtet werden. Für die nötige Stabilität werden dem Produkt  10 Prozent Kunststoffasern beigemischt. Neueste Entwicklung: Eine Faser auf pflanzlicher Basis. Im Gegensatz zur Kunststofffaser ist diese sogar vollständig kompostierbar.  Die Hinterlassenschaften in der Zukunft, gerade bei konventionellen Dämmstoffen ein großes Problem, so Stefan Specht: „Die Entsorgung ist das A & O, denn wir wissen, wie viel Millionen Kubikmeter synthetische mineralische Dämmstoffe in Deutschland produziert werden. Es handelt sich ca. um 30 Millionen Kubikmeter. Wenn man sich das mal bildlich vorstellt, wir können die Münchener Allianz Arena 8,2 mal im Jahr mit Sondermüll füllen und wir wissen bis heute nicht, wo wir diese Dämmstoffe entsorgen können."

Das ist beim Hanf kein Problem und auch für den raschen Nachschub bei den natürlich nachwachsenden Dämmstoffen ist gesorgt. In einhundert Tagen wächst der Hanf bis zu vier Meter hoch.

Quelle: ntv.de

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