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"Ratgeber Steuern & Recht" vom 25.06.2013 (Wdh. 26.05.) Mietwagen im Ausland

Wenn einer Reise tut, dann kann er viel erzählen, heißt es. Das gilt umso mehr für Urlauber, die am Urlaubsort mit dem Mietwagen Land und Leute kennenlernen wollen. Doch Vorsicht, allzu blind sollten Sie den Vertrag für den Mietwagen nicht unterschreiben, ansonsten kann es teuer werden.

Die schönsten Wochen des Jahres können nur schön sein, wenn man mobil ist. Viele Urlauber können sich Ferien ohne Auto gar nicht vorstellen. Also mieten sie sich eins. Doch Daniela Mielchen vom Deutschen AnwaltVerein (DAV) warnt: Bereits bei der Anmietung machen viele Urlauber den Fehler einfach loszufahren: "Es ist in jedem Fall zu empfehlen, sich das Fahrzeug vorher genauer anzugucken. Vorher bei Übergabe auch Mängel festzuhalten, die das Fahrzeug hat, weil es eben auch vorkommt - davon hören wir häufiger - daß die Mängel hinterher dem Mieter angelastet werden. Er also nachträglich für vorher schon vorhandene Mängel zahlen darf."

Wagen genau kontrollieren

Natürlich sollte man den Wagen bei der Übergabe von allen Seiten fotografieren, aber dies alleine reicht nicht. Experten wie Michael Velling von der DEKRA raten auch technischen Laien zum Schnelltest: "Wenn ich das Auto übernommen habe, würde ich mir das erstmal von außen angucken. Reparierte Unfallschäden, nicht reparierte Unfallschäden. Ist das Auto gewaschen? Ist das Auto mir sympathisch? Und dann würde ich anfangen mit dem kleinsten Übel - Licht. Ein weiterer Punkt sind mit Sicherheit die Reifen. Da würde ich auf jeden Fall mal einen Blick drauf werfen rundum, ob die beschädigt sind. Von außen, auf der Außenflanke schon einmal. Dann ob die Profiltiefe stimmt. 1,6 Millimeter schreibt der Gesetzgeber vor. Als Faustregel bei der Übergabe am Flughafen kann gelten: 2 Millimeter wäre schon nicht schlecht. Und was viele vergessen: Ein bisschen Bücken lohnt sich. Von vorne sieht der Reifen gut aus, aber es lohnt sich mal die Innenkante anzuschauen, dass er da nicht komplett abgefahren ist und somit zum Ausfall führt."

Vertragsbedingungen beachten

Kritisch wird es immer dann, wenn es kracht. Im Falle eines Unfalles gelten im Ausland andere Vertragsbedingungen als in Deutschland. Beim ADAC melden sich das ganze Jahr über Leidtragende, die plötzlich für Unfallschäden zur Kasse gebeten werden - trotz Versicherungsschutz, wie Petra Gorisch erläutert: "In Deutschland arbeiten wir mit Mindestdeckungssummen im Sach- und Personenbereich von Millionensummen. Es gibt viele Länder auf der Welt da bewegen sich die Abdeckungen unter 10.000 Euro pro Schadenfall. Da sieht man, dass die Relationen extrem unterschiedlich sind."

Rechtlich ist man wesentlich besser geschützt, wenn man bereits in Deutschland das Urlaubsauto anmietet, erklärt Daniela Mielchen vom DAV "Wenn das nicht geht, dann sollten Sie sicherstellen, dass Sie das verstehen, was Sie im Ausland unterschreiben. Das heißt nach Möglichkeit deutsche Übersetzung, englische Übersetzung. Und sich dies auch durchlesen, weil im Ausland ist es oft notwendig bestimmte Zusatzpakete abzuschließen, die dann die gewohnte Vollkasko mit abdecken."

Wenn Sie so vorgehen, steht den schönsten Wochen des Jahres nichts mehr im Wege.

Quelle: n-tv.de